Atlantis und die Sintflut

Die Vinca - Atlantisflüchtlinge der ersten Generation

 

INHALT

1. Einordnung in die europäische Jungsteinzeit

2. Was veranlasst uns zu der Annahme, dass die Vinca Atlantisflüchtlinge sind?

3. Die Schrift der Vinca - Alteuropäische oder Indoeuropäische Schrift?

4. Die Schrift der Vinca - eine Sakralschrift?

5. Siebenbürgen - alte Vinca-Mythen?

6. Links zur Vinca-Kultur

 

 

Einordnung in die europäische Jungsteinzeit

 

Die Vinca-Kultur ist eine sesshafte jungsteinzeitliche Kultur, die ab etwa 5500 vor Christus auf dem Zentralbalkan entsteht. Diese Kultur ist häufiger mit Erkenntnissen in Erscheinung getreten, die nicht so recht in das Weltbild der Archäologen passen wollen. Wie so viele andere wichtige Funde wurde auch dieser zunächst von einem Privatmann gemacht, der auf eigene Faust die Donau auf der Suche nach Siedlungshügeln abfuhr. Diese Kultur wird von der deutschen Archäologie nach wie vor konsequent ignoriert, im englischsprachigen Raum wird sie jedoch bereits wahrgenommen. Zusammenfassend kann man wohl feststellen, dass diese Kultur zumindest zu Beginn der Jungsteinzeit in Europa ab 5500 vor Christus den anderen Gruppen überlegen war.

 

Die Archäologie geht basierend auf bestimmten Erklärungsmodellen („wave-of-advance“ nach Cavalli Sforza, Gordon Childe) davon aus, dass sich die sesshafte Landwirtschaft linear von Generation zu Generation ausweitete. Dieses Modell ist auf die hier betrachtete Region und Zeit nicht anwendbar: Man darf wohl annehmen, dass sich um 5500 vor Christus eine katastrophale Überflutung des Schwarzmeerbeckens - Sintflut - ereignete, die eine große Ansiedlung vernichtete und eine Fluchtwelle auslöste. Die Ereignisse zu der Zeit fügen sich daher auch nicht so recht in das lineare Erklärungsmodell. Die Folgen lassen sich bei genauer Betrachtung auch in Anatolien und sogar bis nach Ägypten verfolgen. Die Hauptwelle der Flüchtlinge aber traf Europa und hier insbesondere die Donau.

 

Während sich die sesshafte Landwirtschaft in der Zeit von 6500-5500 vor Christus - also eintausend Jahre - auf den Balkan und Griechenland beschränkte, breitete sie sich von 5500-5000 vor Christus - also in 500 Jahren - über ganz Europa aus. Als Grund hierfür wird vielfach das Ende der Zwischeneiszeit (jüngeren Dryaszeit) angegeben. Bis zum Ende dieser Eiszeit habe es noch eine Klimabarriere in Europa gegeben, die sesshafte Landwirtschaft verhinderte. Wir wollen dieser Argumentation wohl folgen, obwohl jüngste Funde in der Schweiz zeigen, dass es hier eine sesshafte Landwirtschaft ebenfalls bereits ab 6400 vor Christus gab. Die Eiszeit endete aber spätestens 5800 vor Christus wie die Untersuchung der europäischen Moore/Torflagerstätten, die Veränderung des Spiegels des Weltmeeres und Grönlandbohrungen einhellig bestätigen. Die Wanderung beginnt also zu spät - dafür aber sehr heftig.

 

Wir werden hier aufzeigen, dass die Vinca-Kultur eine direkte Folge des Untergangs eines bereits in Ansätzen kupfersteinzeitlich-jungsteinzeitlichen Siedlungszentrums, der „Zivilisation X“ oder wie wir es nennen, Atlantis, ist. Das mag auf den ersten Blick phantastisch erscheinen. Die konservative Archäologie sieht sich allerdings zwischenzeitlich immerhin genötigt, die Existenz eines solchen Siedlungszentrums in ihren Annahmen auszuschließen, da sonst die Erklärungsmodelle zusammenbrechen würden. Als Begründung wird herangezogen, dass die vollständige Vernichtung einer ganzen Kulturstufe als unplausibel angesehen wird - aber ist das nicht das Kernelement aller Sintflutüberlieferungen von Ägypten über Babylon, Griechenland bis hin zum Alten Testament? Außerdem finden wir ja die Flüchtlinge, die wir hier vorstellen.

 

Was veranlasst uns zu der Annahme, dass die Vinca Atlantisflüchtlinge sind?

 

Zunächst einmal muss man feststellen, dass diese Siedler auf dem Zentralbalkan (Ausbreitungsgebiet) ankamen. Das widerspricht auf den ersten Blick der Fluchttheorie, weil dies bereits recht weit vom Schwarzen Meer entfernt war. Auf Basis unseres Erklärungsmodells ist aber gerade dies sinnvoll: Wir haben bereits in einem anderen Artikel dargestellt, weshalb am Schwarzen Meer keine „Flüchtlingscamps“ zu finden sind. Gründe hierfür sind insbesondere (i) trockene Klimabedingungen (ii) Das biologische Kippen des Schwarzen Meeres (sauerstofflos für einige hundert Jahre) sowie (iii) der weitere Anstieg des Weltmeeres nach der Sintflut um 15 Meter (5500-3000 vor Christus). Auch der Unterlauf der Donau in der Ebene um das heutige Bukarest bot keine Flächen: Hier befand sich bereits die Provinz Eumelos („reich an Schafen“) bzw. Gadeiros (nach dem Volksstamm der Geten, der hier zu Zeit von Herodot, Solon und Plato ansässig war und der Provinz in der Sage den Beinamen Gadeiros verlieh). Die Flüchtlinge trafen hier auf die wirtschaftlich und militärisch stärkste Provinz, die den Flüchtlingen sicherlich ein stehendes Heer entgegenzusetzen hatte.

 

Ganz folgerichtig mussten die Flüchtlinge das „Staatsgebiet“ von Atlantis verlassen und sich durch das Eiserne Tor in das heutige Serbien begeben. Dieses Gebiet war für Atlantis der „Wilde Westen“. Wir gehen davon aus, dass Lepenski Vir, eine bekannte steinzeitliche Ansiedlung am Eisernen Tor, Grenzposten von Atlantis war. Bei dem heutigen Dorf Vinca etwas nördlich von Belgrad liegt denn auch das Zentrum dieser Kultur, die sich vornehmlich nach Norden entlang des Flusses Theiß bis nach Siebenbürgen/Transsylvanien und entsprechend auch nach Süden ausbreitete.

 

Der Name einer anderen Atlantis-Donau-Provinz Autochthon („Eingeborener“) spricht schon dafür, dass es auch hier bereits vorher sesshafte Kulturen gab. Wahrscheinlich gab es hier kriegerische Auseinandersetzungen, Vermischungen und auch Vertreibungen. Wie das Schicksal der Linearbandkeramik zeigt, stieg der Bevölkerungsdruck stark an, so dass sich die Linearbandkeramik auch relativ schnell als weiterer „Dominostein“ ausbreitet. Hier gilt also wieder in Grenzen das „wave-of-advance-model“ - allerdings mit „Turbo“.

 

Woraus aber leitete sich die Überlegenheit der Vinca-Atlantis-Kultur über die Eingeborenen ab? Im Grunde hatten die Atlanter ein neues Organisationsmodell erfunden: Die gottgleichen Könige, die heilige Ordnung oder „Hierarchie“. Die Könige ließen sich als Götter verehren. Die Atlantissage spricht ausdrücklich von lebensgroßen Statuen. Diese wurden in den späten Außenposten des Reiches Jericho (Palästina) und Lepenski Vir (Balkan) gefunden. Diese neue Organisationsform, die sich auch in den frühen Hochkulturen in Mesopotamien und Ägypten bewährte, war der Organisationsform der Jäger- und Sammler wie auch den Sippen-/Clanweise organisierten Siedlern überlegen. So konnte sich die Vinca/Atlantiskultur auf dem Zentralbalkan durchsetzen.

 

Die gleiche hierarchische Struktur findet sich auch in der Varna-Kultur an der Schwarzmeerküste seit Beginn des 5. Jahrtausends. Sie ergibt sich aus differenzierter Architektur und unterschiedlichen Grabbeigaben. Dieses so wichtige Element einer neuen Organisationsform, die erst das Aufblühen früher Hochkulturen erlaubte, wird nur allzu gerne übersehen. Es passt nicht in das Weltbild konservativer Archäologen, dass diese Art der sozialen Ordnung lange vor Babylon und Ägypten bereits in Europa bekannt war. Dies wird denn auch konsequent ignoriert.

 

Während sich steinzeitliche Kulturen normalerweise überschaubar und langsam weiter entwickeln, kommt es hier zu einem Sprung oder einer grundsätzlichen Neufassung. Die Vinca-Siedlungen sind in einer Vielzahl der Fälle völlige Neugründungen, d.h. die älteste Siedlungsschicht gehört bereits zur Vinca-Kultur. Die Ansiedlungen wurden planvoll und vielfach terrassiert angelegt. Es gab eine einheitliche nicht lokal differenzierte Schrift (s.u.) und wohl auch einen Kupferbergbau.

 

Es ist hinlänglich bekannt, dass die Jungsteinzeit auf dem Balkan genau genommen bereits „fast von Anfang an“ - so die gängige Lehre - eine Kupfersteinzeit war. Während die Jungsteinzeit nach herrschender Lehre um 5500 vor Christus in Europa beginnt, ist nicht genau geklärt, was mit „fast von Anfang an“ gemeint ist. Man weiß wohl, dass in der Region durch die Vinca Kultur in Rudna Glava bereits ab 5000 vor Christus Kupferbergbau betrieben wurde. Der älteste nachgewiesene Kupferbergbau beginnt nach neuesten Erkenntnissen in der Gegend des Eisernen Tores bei Belolice aber bereits 5500 vor Christus - mit dem ersten Eintreffen der Flüchtlinge! Damit kann man auch annehmen, dass das versunkene Zentrum im Schwarzen Meer die Kupferbearbeitung bereits kannte - was auch der Darstellung in der Atlantissage entspricht.

 

Für die räumliche und zeitliche Einordnung von Atlantis hat die Vinca-Schrift eine sehr große Bedeutung. (1) Es ist überliefert, dass es in Atlantis eine Schrift gab. (2) Eine Schrift war erforderlich, um die Atlantissage in dem vorhandenen Detaillierungsgrad zu überliefern (Wir gehen davon aus, dass auch die ägyptische Schrift sich aus diesem Fundus entwickelte). (3) Schließlich sagt uns diese Schrift auch wo Atlantis lag - denn ihre Nutzer zogen ursprünglich Donau-aufwärts aus der Schwarzmeersenke.

 

Die Schrift der Vinca - Alteuropäische oder Indoeuropäische Schrift?

 

Der größte Gelehrtenstreit aber tobt eben um diese Schrift der Vinca. Nach der herrschenden Lehre wurde die Schrift von den Sumerern in Babylon um 3200 vor Christus entwickelt. Diese Doktrin wankt, seit der deutsche Archäologe Günther Dreyer vor kurzem nachwies, dass es in Ägypten bereits 3400 vor Christus eine ausgebildete Lautschrift gab. Die Möglichkeit einer frühen Schrift auf dem Balkan lässt sich mit dem Weltbild der konservativen Archäologie gar nicht vereinbaren. Nach deren Meinung war das Zentrum der Zivilisation ununterbrochen im fruchtbaren Halbmond zu suchen. Die Möglichkeit, dass das technische und wirtschaftliche Zentrum zeitweise nach Europa pendelte, ist in diesem linearisierten Weltbild nicht vorgesehen.

 

Dabei spricht gerade die vielfach zitierte Zwischeneiszeit von 6200-5800 vor Christus für einen solchen Ausschlag: Zwar sind die Auswirkungen der Eiszeit in Asien wegen fehlender Torflagerstätten nicht eindeutig nachzuweisen. Der zeitweise Rückgang des Spiegels des Weltmeeres spricht jedoch deutlich gegen eine lokal begrenzte Eiszeit. Die von der konservativen Archäologie vertretene Annahme, dass ein deutlicher klimatischer Einbruch in Europa keine Auswirkungen auf den fruchtbaren Halbmond hatte, ist unseres Erachtens unzulässig. Die Tatsache, dass der Wasserspiegel des Vansees in der Osttürkei in dieser kurzen Zeit um 250 Meter zurückging, spricht sehr für eine Austrocknung der Gegend und ein Einbruch der Besiedlungshistorie in der Region insbesondere in Ostanatolien ist unübersehbar. Die Menschen aus Kleinasien wanderten wegen der Eiszeit notgedrungen nach Europa aus, die dortige Zivilisation im fruchtbaren Halbmond erlebte einen Einbruch.

 

Wenn man den derzeitigen Verhandlungsstand einmal zusammenfasst, kommt man zu folgendem Ergebnis: Viele Archäologen halten die Idee einer Alteuropäischen Schrift für unglaubwürdig. Andere hingegen vertreten angesichts der Vielzahl der Funde die Meinung, dass hier eine Schrift bereits existierte. Der überwiegend akzeptierte Gesamtkompromiss lautet so, dass zwar Schriftzeichen existierten, diese aber lediglich eine religiöse Bedeutung hatten. Um es klar zu sagen: Namhafte Archäologen vertreten die Ansicht, dass eine Schrift vorliegt.

 

Der Kompromiss basiert darauf, dass diese Wissenschaftler sich nicht außerhalb der Gemeinde der Archäologen stellen und ausgestoßen werden möchten. Wir vertreten ganz klar die Auffassung, dass dies eine zwar frühe experimentelle aber dennoch voll ausgebildete Schrift war. Sie bildete zusammen und im Gleichklang mit der Ausbreitung der Indoeuropäischen Sprache die Grundlage für die späteren Schriften der Sumerer, der Indusschrift, der Hieroglyphen, der mykenischen Schrift, des Linear A und der Runen. Insofern würden wir anstelle von „Vinca-Schrift“ oder „Alteuropäischer Schrift“ auch lieber von einer „Indoeuropäischen Schrift“ sprechen.

 

Die Schrift der Vinca - eine Sakralschrift?

 

Die Idee, dass es sich lediglich um eine „Sakralschrift“ handelt, die nur auf „Votivgaben“ vorkommt, halten wir für abwegig. Wenn man sich einmal vor Augen hält, welche Gründe zur Entwicklung von Schriften führten, sind dies immer die gleichen: Verwaltung von Tributen, Steuern, Handel, Opfergaben, Leistungen an der Gemeinschaft, Kommunikation. Diese Aspekte treffen in voller Ausprägung auf das überlieferte Atlantis zu; gleichermaßen treffen sie auf das gedachte kupfersteinzeitliche Siedlungszentrum im Schwarzen Meer - „Zivilisation X“ zu. Die offensichtliche soziale Differenzierung erfordert eine Verwaltung. Es liegt völlig nahe, dass diese Kultur eine Schrift entwickelte. Nicht umsonst wurde in Jericho, Catal Höyük, Karanovo und an anderen Orten eine Vielzahl von Siegeln mit vergleichbaren Zeichen gefunden - es ging um Wirtschaft und Verwaltung, religiöse Gründe kamen erst danach.

 

Auffällig ist insbesondere, dass sich rund ein Drittel der gefundenen Zeichen auf der Unterseite der gefundenen Gefäße findet. Altschuler kommt zu dem Ergebnis, dass dies eine unangebrachte und auch ungewöhnliche Stelle für die Anbringung von Fürbitten und religiösen Inschriften wäre. Er geht nach unserer Ansicht zutreffender Meinung davon aus, dass die Mehrzahl dieser Inschriften numerischen Charakter hat und damit Mengenangaben ausdrückt. Er vermutet weiterhin - und das war unabhängig davon auch unser erster Gedanke - dass die Zeichen auch auf den Inhalt der Gefäße hindeuten könnten. Eine entsprechende Untersuchung hätte sicherlich Aussicht auf Erfolg im Rahmen der Entzifferung dieser Schrift.

 

Bei der von Petko und Dimitar Dimitrov gefundenen Schale (Noah’s Teller) an der alten Küstenlinie des Schwarzen Meeres in einer Tiefe von 120 Metern befinden sich ebenfalls Inschriften auf der Unterseite, die ganz offensichtlich mit der Vinca-Schrift identisch sind. Wir verweisen hier auf einen gesonderten Artikel. Über den Link zum NoahProjekt ist es möglich, sich die Zeichen anzusehen. Die Tatsache, dass eine Schale mit eben dieser Vinca-Schrift an der alten Siedlungsstelle der „Zivilisation X“/Atlantis gefunden wurde, hat natürlich eine unglaublich dramatische Bedeutung für unsere hier vorgestellte Theorie.

 

Die Archäologie ist im Grunde eine Gesellschaftswissenschaft, die die mit einer lückenhaften Befundlage Entwicklungen der menschlichen Zivilisation zu erklären versucht. Andererseits wäre die Archäologie gerne eine Naturwissenschaft, in der alles durch deterministische Zusammenhänge erklärbar ist. Diese Dialektik überkommt die konservative Archäologie damit, dass sie alles ablehnt, was nicht eindeutig erwiesen ist oder in ihre eingeführten Modelle passt. Methodisch gesehen ist diese Vorgehensweise zwar systematisch, führt aber zu Ergebnissen, die genau so falsch sein können, wie bei einer Extrapolation der vorhandenen Ergebnisse.

 

Die klassische Vorgehensweise hat natürlich böse Folgen für die Vinca-Schrift. Da sich ein Großteil der Inschriften im Rahmen von Grabbeigaben fand, nimmt man an, dass sie ausschließlich religiöse Zwecke verfolgte. Dabei verkennt man, dass hinsichtlich der Funde sicher eine mehrfache Verzerrung gegeben ist.

 

Zunächst einmal hat Keramik, die als Grabbeigabe vollständig und unversehrt absichtlich vergraben wird, eine sehr viel höhere Chance, die Neuzeit unbeschadet zu erreichen. Auch bei den ägyptischen Hieroglyphen („heilige Schriftzeichen“) könnte man behaupten, dass sie nur religiösen Zwecken dienten - schließlich fand man auch hier einen sehr großen Anteil an Schriftzeichen in Gräbern. Im Gegensatz zu den Vinca errichteten die Ägypter aber auch Monumentalbauten aus Stein, die mit Hieroglyphen versehen waren. So geht man in Ägypten nicht davon aus, dass die Schrift lediglich sakralen Zwecken diente. Von den vergänglichen Datenträgern wie Papyrus ist aber auch hier nichts erhalten geblieben, obwohl diese Schrift sehr viel später auf den Plan trat und sich in einem deutlich trockeneren Umfeld findet.

 

Die konservativen Archäologen fordern, dass sich frühe Hochkultur in Europa genau so wie diejenigen in Babylon oder Ägypten hätte verhalten müssen: Sie hätte ihre Geschichte systematisch auf gebrannter Keramik oder Felsen hinterlassen müssen. Die Sumerer hielten ihre Schriftzeichen auf Tontafeln fest; dies bot sich aufgrund der Umweltbedingungen an. Aber auch hier ist die Überlieferung eher (un)glücklichen Zufällen zu verdanken: Brände und Feuersbrünste sorgten dafür, dass der Ton unfreiwillig gebrannt und die Stätten neu aufgebaut oder verlassen wurden.

 

Es ist nicht nur eine Vermutung, sondern erwiesen, dass in Europa vergängliche Datenträger wie Baumrinden und Leder noch von den Wikingern verwendet wurden. Insofern ist auch anzunehmen, dass die Vinca sich ähnlich verhielten. Ihre alltäglichen Aufzeichnungen sind damit sämtlich untergegangen. Es gibt jedenfalls keinen Grund anzunehmen, die Vinca hätten eine Veranlassung gehabt, ihre Geschichte auf Tontafeln aufzuschreiben.

 

Die Vinca Schrift verfügt über einen hohen Abstraktionsgrad. Für eine früheste Schrift würde man erwarten, dass Piktogramme, also vereinfachte Abbildungen von Lebenssachverhalten, überwiegen. Dies ist nicht der Fall; Die Mehrzahl der Zeichen ist abstrakt (linearisiert) und gerade die gängigsten Zeichen sind eben keine Bilder. Zunächst ist zu fragen, warum die Vinca eine so hoch abstrakte Schrift lediglich für religiöse Zwecke hätten erfinden sollen.

 

Weiterhin ist aber festzustellen, dass die Vinca gar nicht die Erfinder der Schrift sind; diese ist aus Atlantis importiert. Für dortige Zwecke war sie angemessen, nicht aber für die Verwaltung der Flüchtlingscamps. Der Zweck der Schrift - Die Verwaltung von Handel, Steuern und Abgaben, Tributen, Opfergaben, Leistungen sowie die Kommunikation - fiel zu einem großen Teil weg. Die Schrift verlor wurde damit nur noch in Teilen genutzt und war teilweise überflüssig. Genau genommen betrachtet man bei der Vinca-Kultur nur die Trümmer einer voll ausgeprägten Schrift. Es mag sein, dass vor allem Priester diese Kunst noch beherrschten und auch daher in der Anfangszeit ein großer Teil der Zeichen für sakrale Zwecke verwandt wurde.

 

Noah’s Teller wurde auch von dem weltweit anerkannten Schriftforscher Harald Haarmann untersucht, der ein paradoxes Ergebnis feststellte (aus dem englischen, Seite 67f. des Buches):

 

„… Wenn man die Alteuropäische Schrift ansieht, kann man beobachten, dass die frühesten Inschriften der Balkanregion (z.B. die Tartaria Tafeln von etwa 5300 vor Christus) eine Schicht piktographischer Zeichen enthalten. In späteren Inschriften steigt der Anteil der rein abstrakten Zeichen. Diese Beobachtung ist eine generelle Regel bei der Entwicklung von Schriftsystemen.

Die Zeichen auf Noah’s Teller sind hingegen hochgradig abstrakt, obwohl die Inschrift (nach Ihrer Vermutung) sehr viel älter als die Tafeln von Tartaria sein soll. Wenn die zeitliche Bestimmung dieses Fundes richtig ist, dann ist das Auftreten rein abstrakter Zeichen außerordentlich verwirrend, weil man in einem früheren Stadium der Schrift etwa um 6000 vor Christus (oder so [Anm. des Autors: Das von uns angenommene Alter ist 5510 vor Christus]) eine ältere Stufe der Schrift erwarten würde. …“

 

Insgesamt steht Haarmann dem Fund damit etwas kritisch gegenüber. Seine Anmerkung könnte darauf hindeuten, dass der Fund aus einer späteren Zeit stammt oder gar insgesamt gefälscht ist. Wir halten den Fund für authentisch; zum einen finden sich die Zeichen am Boden, wie es für diese Kultur typisch war. Andererseits hätte ein guter Fälscher wohl etwas mehr Energie darauf verwendet, genau diesem Argument entgegenzutreten; wir jedenfalls hätten es antizipiert. Aus unserer Sicht löst sich das Paradoxon wie folgt:

 

Die Atlantis-Schrift hatte sich, so wie Haarmann es auch als typisch darstellt, aus einer Piktogrammschrift in der Zeit von ca. 6000-5500 entwickelt. Für die Zwecke des späten Atlantis waren die linearisierten Schriftzeichen besonders wichtig, die nach Meinung einiger Forscher Laute repräsentieren sollen. Deshalb ist auch der Schriftsatz auf Noah’s Teller fast ausschließlich abstrakt. Gleichzeitig wurde aber der alte piktographische Satz, der wahrscheinlich Dinge, Tätigkeiten oder Geschichten symbolhaft repräsentierte, mitgeschleppt. Nach der Flut und dem entsprechenden Zusammenbruch der Wirtschaft war die Schrift von ihrem Zweck getrennt. Die ersten Flüchtlinge nutzten zu einem größeren Teil den piktographischen Satz. Gleichzeitig existiert aber von Anfang an auch auf dem Balkan der linearisierte Satz weiter. Das Aufblühen der Vinca-Kultur im 5. Jahrtausend machte wieder einen größeren Einsatz linearisierter Zeichen notwendig.

 

So scheint die Entwicklung dieser Schrift dem altbekannten Muster zu folgen, obwohl sich wahrscheinlich der bereits vorhandene Zeichensatz lediglich wieder der zunehmenden wirtschaftlichen Betätigung anpasste. Die Schrift erlebte eine Art „Mittelalter“, einen zwischenzeitlichen Niedergang.

 

Siebenbürgen - alte Vinca-Mythen?

 

Schließlich möchten wir noch auf das Thema Siebenbürgen/Transsylvanien eingehen. Diese Region war ein Schwerpunkt der Vinca-Kultur und auch die ältesten Inschriften stammen von hier. Vor der Sintflut war diese Region von Atlantis unabhängig - es handelte sich um die „Berge im Norden“ mit ihren „reichen Ortschaften“, die über die Flüsse Alt und Donau Atlantis mit Rohstoffen versorgten. Offensichtlich wurde diese Region, die reich an Salz, Gold, Kupfer, Holz etc. ist, von den Atlantis-Flüchtlingen übernommen. Folgerichtig deuten auch heute noch einige Aspekte auf Atlantis hin.

 

Zunächst einmal meinen wir, dass die Namen des Flusses Alt und der Region Altenia Lautverschiebungen von „Atl-„ sind. Weiterhin stimmt die Zahl Sieben in Siebenbürgen mit den sieben Plejaden oder Atlantiden - Töchtern des Atlas - überein. Schon in der Bibel werden zeitliche Veränderungen von Volksgruppen in Form von Familienstammbäumen dargestellt. Schließlich hat man über die „Himmelsscheibe von Nebra“, einen letzten Aufschrei von Atlantis, die Verbindung zwischen der Region und den Töchtern des Atlas gefunden.

 

Die Flutüberlieferungen der Region wurden wissenschaftlich untersucht. Demnach zeigt sich im Hinblick auf Siebenbürgen mit seinen lebhaften Flutüberlieferungen „in einer scheinbar paradoxen Weise, dass, je weiter vom Meer entfernt solche Lieder entstanden sind, deren Flutsymbolismus umso stärker ist.“ (Poruciuc, A., „The sea and the sea-flood motif in Romanian folklore“, in: Marler, J. et al., 2003) Das ist auch kein Wunder - denn hierhin zogen die Flutflüchtlinge der ersten Generation.

 

Links zur Vinca-Kultur

 

Die Vinca-Kultur bei Wikipedia (deutsch)

Die Vinca-Kultur bei Wikipedia (englisch - umfangreicher)

Nicola Tasic et al, Vinca - Centre of Neolithic culture of the Danubian region

Ausbreitungsgebiet - Karte

 

Töpferarbeiten der Vinca-Kultur (Bilder)

 

Kupferbergbau in Rudna Glava ab 5000 vor Christus

 

Lepenski Vir (englisch)

Lepenski Vir (serbisch)

Lepenski Vir (deutsch)

 

Die Vinca-Schrift bei Wikipedia (englisch)

Eric L. Altschuler, The Number System of Old European Script

Sorin Paliga, Vinca Schriftzeichen bei omniglot.com (Old European/Vinca)

Haarmann, Der sakrale Schriftgebrauch in Alteuropa (ca. 5300-3500 v. Chr.)

Einstiegsseite von www.prehistory.it

        Schriftzeichensatz nach Haarmann

        Schriftzeichensatz nach Winn

        Shan M. M. Winn, The Old European Script. Further evidence

        Shan M. M. Winn, The Tartaria tablets and the Lepenski Vir stone

 

Deutsche Veröffentlichungen von Harald Haarmann (Amazon)

 

Tartaria Tablets (spanisch)

Gradesnica Plaque (englisch)

The Karanovo Seal (englisch)

 

Frankfurt, den 28. August 2004

Prof. Dr. Siegfried G. Schoppe      Christian M. Schoppe, MBA

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