Atlantis und die Sintflut

Warum wir meinen, dass Atlantis im Schwarzen Meer versunken ist

 

Im Juni 2004 haben wir unser Buch veröffentlicht, in dem wir davon ausgehen, dass Atlantis eine spät steinzeitliche Ansiedlung im Nordwesten des Schwarzen Meeres war. Das Schwarze Meer war zu der Zeit ein etwas kleinerer aber sehr tiefer Süßwassersee. Hier möchten wir zur Einführung in die Theorie einige Punkte darstellen.

 

 unser Buch

 

 

Denkblockaden

 

In den meisten Fällen wird Atlantis wie auf dem Bild beschrieben als Inselkontinent im Atlantis gesehen. Diese Sichtweise beruht auf einer über Generationen gefestigten Fehlinterpretation und Falschübersetzung. Es ist wichtig, in diesem Bereich Fakten und Interpretation zu trennen [mehr] und sich von der Idee eines Inselkontinentes im Atlantik zu lösen [mehr]. Erst wenn man bereit ist, die seit der frühesten Jugend gelernten Mythen aufzugeben, ist man bereit für die Reise in das wahre aber weniger spektakuläre Atlantis.

 

 

2000 Jahre Fehlinterpretation in einem Bild

 

Vorab möchten wir insbesondere eines betonen: Die Atlantissage handelt von Atlantern, Athenern und Ägyptern. Hier ist aber ausdrücklich die Rede von den Vorfahren der Griechen und Ägypter, die sämtlich in Kleinasien ansässig waren. Mit unserem mittelmeerzentrischen Weltbild sehen wir das Mittelmeer als den Nabel der Welt an. Das war nicht immer so [mehr].

 

Es macht überhaupt gar keinen Sinn, mitten in der Steinzeit vom Atlantik kommend einen Krieg gegen Kleinasien oder gar das ganze Mittelmeer anzuzetteln. Dafür gibt es im Übrigen auch keine logistische oder technische Grundlage zu der Zeit. Man muss den Horizont verkleinern und das Zentrum nach Anatolien legen. Alleine dort gab es überhaupt erst eine sesshafte Gesellschaftsform. In der Sage geht es um eine europäisch-asiatische Auseinandersetzung in der Steinzeit, nicht um einen globalen Krieg.

 

Man sollte beachten, dass nicht nur im Weltbild des Herodot, sondern auch in der ägyptischen und indischen Mythologie das Schwarze Meer den Nabel der Welt bildet. In dieser Region entstand auch die erste Sesshaftigkeit der Menschheit.

 

Weltbild des Herodot, 5. Jahrhundert vor Christus

 

Geologie

 

In 1997 veröffentlichten zwei amerikanische Wissenschaftler (Pitman/Ryan) ihre Theorie, die auf einem Schwarzen Meer als Süßwassersee basierte. Dass das Schwarze Meer ein Süßwassersee war, war hinlänglich bekannt. Neu war hingegen, dass sie die Überflutung mit Salzwasser auf 5500-5600 vor Christus datierten – die damit direkte Auswirkungen auf  sesshafte Gesellschaften hatte. Vielen Betrachtern war auf Anhieb klar, dass hier die biblische Sintflut gefunden wurde. Neu war nämlich auch, dass die Überflutung sehr schnell geschah. Pitman/Ryan rechnen damit, dass die Füllung des Schwarzmeerbeckens mit Salzwasser ein Jahr dauerte.

 

 

Theorie von Pitman/Ryan

 

Diese Theorie passte weder den Geologen, die bis vor kurzem behauptet hatten, eine solche gewaltsame Überflutung habe es nie gegeben, jedenfalls nicht in den letzten 14000 Jahren. Auch die führenden Archäologenköpfe waren schwer betroffen, da die Theorie die derzeit gültigen Theorien zur Ausbreitung der Sesshaftigkeit in Europa ad absurdum führt.

 

So blies die gesammelte Wissenschaftlerelite zum Sturm auf diese Theorie. In einem faulen Kompromiss einigte man sich auf eine Überflutung um 6700 vor Christus – früh genug, um die Archäologen nicht aus dem Konzept zu bringen, da die Sesshaftigkeit in Europa etwa um 6400 vor Christus begann. So gilt es aktuell als ausgemacht, dass die Flut 6700 vor Christus erfolgte.

 

Da hilft es auch nicht, dass ein Forschungsprojekt der Europäischen Union im Jahr 2004 die Ergebnisse von Pitman/Ryan noch einmal bestätigte: Pitman/Ryan hatten am Übergang die Süß- und Salzwassermuscheln datiert. Das Forschungsprojekt Assemblage datierte die Sedimentübergänge aus Bohrkernen vom Grund des Schwarzen Meeres. Wissenschaft geht manchmal eben doch nach Brot statt nach Empirie.

 

 

Sediment-Bohrkern: grau (Süßwassersee) schwarz (Salzwassermeer). Die Empirie ist der größte Feind der Theorie!

 

Der Titanic-Entdecker Ballard fand vor der Küste der Türkei etwas, was als Pfahlbau, Bank und Steinaxt interpretiert wird. Leider ist eine Datierung bisher noch nicht geglückt.

 

 

Ballards Funde vor Sinop (Türkei)

 

Schon vor einigen Jahren fand der Leiter des bulgarischen Marineinstituts Petko Dimitrov an der alten Küstenlinie in 120 Metern Tiefe ein Artefakt, das als Noahs Teller in die Geschichte eingehen wird. Einerseits ist es wohl der Periode entsprechend jungsteinzeilich einzuordnen. Andererseits – und das ist die Sensation – trät es Schriftzeichen, wie sie ab etwa 5500 vor Christus auf dem Balkan erstmals auftauchen [mehr].

 

 

Noahs Teller – eine totgeschwiegene Sensation

 

Archäologie

 

Der angesehene Schriftforscher Harald Haarmann veröffentlichte Ende 2003 sein Buch „Geschichte der Sintflut“. Im Grunde scheiterte er damit im Ergebnis kläglich, weil er sich auf den faulen Kompromiss der anderen Wissenschaftler einließ – Flut 6700 vor Christus. Dabei hat die Flut signifikante Spuren in der Archäologie hinterlassen, die er auch alle fein säuberlich aufführt. Inhaltlich ist das Buch hochinteressant und treffend und damit als Lektüre zu empfehlen, wenn man einfach die Jahreszahl 6700 durch 5500 ersetzt.

 

Nach der Doktrin der Archäologen breitete sich die Sesshaftigkeit von Anatolien über das Meer nach Griechenland und von dort über land in die Donau und Dnjestr Region aus. Typischerweise folgte die Besiedlung aber immer Flussläufen und Küsten, so dass diese Doktrin in sich zusammenbricht, wenn zu der betreffenden Zeit um 6000 vor Christus noch eine Landbrücke zwischen Asien und Europa bestand. Dann wären die Siedler nämlich überwiegend der Küste des Süßwassersees gefolgt, anstatt mühsam das Meer zu queren. So kamen die Siedler tatsächlich etwa 6400 vor Christus im Nordwesten des Schwarzen Meeres an und besiedelten von dort – flussaufwärts – Europa.

 

 

 

Klassisches Ausbreitungsmodell der Sesshaftigkeit – überholt?!

 

Nach der Flut erkennt man eine klare Flüchtlingswelle, die sich in zwei Stufen ausbreitet. Um 5500 vor Christus entsteht auf dem Balkan und in Siebenbürgen die Vinca-Kultur. Diese Vinca bezeichnen wir als Atlantisflüchtlinge der ersten Generation. Hier gerieten die eigentlichen Flüchtlinge hin, was man unter anderem daran erkennt, dass ihre Ansiedlungen neu waren und nicht auf alten Siedlungsstellen aufbauten. Diese Vinca verfügten bereits über eine Schrift [mehr].

 

 

Vinca-Schriftzeichen, ab 5500 vor Christus

 

Das Vorkommen einer Schrift schon zu dieser Zeit ist gleich zweifach bedeutsam. Nach der Überlieferung gab es in Atlantis ausdrücklich eine Schrift. Weiterhin erklärt dies, wie die Sage so detailliert erhalten werden konnte – auch die Flüchtlinge, die ab 5500 vor Christus (sic) Ägypten erreichten, kannten schon eine Schrift.

 

Ab 5500 vor Christus fällt das Siedlungszentrum zurück an das Schwarze Meer hier entsteht die Varna/Durankulak Kultur. Durankulak (Steinhäuser bereits vor 5000 vor Christus) kann man vom Aufbau her getrost als kleinen Nachbau der Insel Atlantis betrachten [mehr].

 

 

Durankulak – Atlantisnachbau am Schwarzen Meer

 

Von besonderer Bedeutung ist die Varana-Kultur. Hier wurde auf einem Friedhofsgelände der mit Abstand größte und älteste Goldhort der Menschheit gefunden. Herkunft und Alter des Goldes sind nicht abschließend geklärt. Gesichert ist, dass die Fundstücke im 5. Jahrtausend vor Christus vergraben wurden. Aber wie alt waren sie da schon? Nach unserer Meinung handelt es sich hierbei um Fluchtgold aus Atlantis. Das Pferd kommt als Tier nicht vor, weil es zur Zeit von Atlantis noch keine domestizierten Pferde gab. Zur Zeit des Vergrabens hingegen schon – wie wäre es sonst zu erklären, dass ein Fürst ein Zepter mit Pferdrelief beigelegt bekommt? Die Technik, dieses in Gold zu erstellen, war da schon nicht mehr bekannt.

 

 

Varnagold – Fluchtgold aus Atlantis?

 

Diese Hochkulturen auf dem Balkan verdrängten ältere Siedler und lösten damit eine zweite Wanderungsbewegung aus. In kürzester Zeit wurden große Teile Europas durch die Bandkeramische Kultur besiedelt. Diese Kultur ist durch ihre weite Ausbreitung und extrem hohe Standardisierung bekannt. Man gewinnt quasi den Eindruck, dass Europa regelrecht planmäßig kolonisiert wurde. Nicht umsonst wurde der bis 5500 vor Christus übliche Handel mit Obsidian-Lavasteinen durch den Handel mit Spondylus-Muscheln als neuem Zahlungsmittel abgelöst. Das Zentrum für diese Muscheln war am Schwarzen Meer zu suchen.

 

Zwar hat die Archäologie die Ausbreitung „linearisiert“ und damit optisch auf zweihundert Jahre verteilt. Sieht man aber hinter die Kulissen, muss man feststellen, dass die Ausbreitung wahrscheinlich innerhalb weniger Jahre erfolgte [mehr].

 

 

Die Jungsteinzeitliche Revolution – eine Fluchtwelle

 

Die Ausbreitung der Bevölkerung lässt sich sehr gut an der indoeuropäischen Sprache nachvollziehen. Diese reichte ursprünglich bis nach Indien und Anatolien. Gleichzeitig stellte man fest, dass sich diese sprachliche Ausbreitung auch anhand der Gene nachvollziehen lässt. Im Grunde folgte auch die Ausbreitung der Schrift diesem Muster auf Basis einer Urschrift in Atlantis.

 

 

 

Die indoeuropäische Sprache – ein Spiegelbild der Fluchtwelle vom Schwarzen Meer

 

 

Mythologie

 

Dieses Thema haben wir in unserem Buch ausführlich behandelt. Da man damit aber keinen harten Beweis führen kann, wollen wir dieses Kapitel hier überspringen. Es ist nur geeignet, einen letzten Rest von Sicherheit zu vermitteln, wenn man die harten Fakten verstanden und akzeptiert hat.

 

 

Atlantissage

 

Aus unserer Sicht sind insbesondere die folgenden Aspekte bedeutsam:

 

Flut: Durch den Bruch des Bosporus als Folge eines Erdbebens versinkt Atlantis im Schwarzen Meer.

 

Ägypter/Griechen: Atlantis führt einen Krieg gegen griechische und ägyptische Vorfahren, die in Anatolien ansässig sind. Es geht dabei vornehmlich um die Obsidian-Lagerstätten in Anatolien und auf Melos. Obsidian war das damalige Geld, wichtiger als Gold und gleichzeitig das heute nur noch dem Namen nach bekannte Bergerz „Oreichalkos“.

 

Topographie:

 

 

 

o       Das Schwarze Meer wurde durch aufsteigendes Methan- und Schwefelwasserstoffgas unschiffbar. Durch den Salzwassereinfluss in den Süßwassersee war dieser nämlich „umgekippt“. Noch heute sind 90% des Wasserkörpers sauerstofflose Todeszone.

o       Die Karpaten sind die Berge im Norden mit ihren reichen Ortschaften. Waren wurden über den Fluss „Alt“ und die Donau durch Gadeiros nach Atlantis geschafft.

 

10 Könige:

 

Bitte beachten Sie, dass auch die Reihenfolge der Nennung Sinn macht: Atlas in der Mitte, Gadeiros ganz im Westen, dann drei zentrale Provinzen, dann fünf Flusskönigtümer. Darin: Donau (links), Don (rechts) und dann Dnjestr, Bug und Dnjepr von links nach rechts.

 

5 „zentrale“ Könige

Atlas: Zentrale Insel/Heiligtum/Hauptstadt

Gadeiros/Eumelos: Region der Geten (siehe Weltbild des Herodot, Getae)

Ampheres, Euaimon, Mneseus: drei Provinzen um Hauptstadt, heute versunken

 

5 (spätere) „Flusskönigtümer“

Autochthon = Donau (bedeutet Eigeborener, bezogen auf die flussaufwärts lebenden Stämme, die in der Atlantissage auch genannt werden - reiche Ortschaften im Norden)

Elasippos = Don (Elasippos bedeutet Streitross, welches zuerst in der Don-Region domestiziert wurde)

Mestor = „Satter“ = Dnjestr (lautlich identisch)

Azaes = Dürrer = Bug

Diaprepes =Prachtentfalter = Dnjepr (lautlich identisch)

 

Iapetos war in der griechischen Mythologie der Vater von Atlas. Er hatte folgende vier Söhne:

 

Atlas = Atlas = verdammt, das Himmelsgewölbe zu tragen (im Westen)

Ampheres = Prometheus = an den Kaukasus gefesselt (im Osten)

Euaimon = Epimetheus = heiratete Pandora mit ihrer Büchse

Mneseus = Menoitios =  wurde in die Unterwelt verstoßen

 

Eumelos (Gadeiros) = Hesperos (westlicher)

 

Während die Flusskönigtümer weiter existierten, wurden die zentralen Königtümer „verdammt“ und „von Gott (hier ausdrücklich Zeus) gestraft“. Die Deukalische Flut ist identisch mit der Sintflut und der Atlantisflut; Deukalion und Pyrrha (beide Nachkommen der obigen Könige) begründen mit ihrem Sohn Hellen die Dynastie der Hellenen. Die Zeit der Titanen war 5510 vor Christus vorbei.

 

 

 

Prof. Dr. Siegfried G. Schoppe          Christian Schoppe, MBA

Hamburg/Frankfurt, den 5. Februar 2005

 

 

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