„Sintflut [althochdeutsch Sinflout,
„große, dauernde Flut“], die in 1. Mos. 6-8
berichtete Überschwemmung der Erde, volkstümlich umgedeutet in Sündflut, als Strafe für die Sünden der
Menschen in der Urzeit. …“ (Der Große Brockhaus, 1956)
Genesis. Der Sintflutbericht der Bibel wurde wahrscheinlich um 800 vor Christus aufgezeichnet. Er basiert auf sehr viel älteren Überlieferungen, insbesondere aus Babylon. Als rudimentär erhaltene Erziehungsliteratur ist dieser Bericht zur Aufklärung nur begrenzt geeignet, aufgrund seiner Bekanntheit aber zur Gliederung der Flutzusammenstellung.
Atlantisbericht. Der Atlantisbericht wurde von Plato im um 400 vor Christus niedergelegt. Er basiert nach eigener Aussage auf einer andauernden schriftlichen Überlieferung aus Ägypten. Diese Überlieferung befasst sich sehr detailliert mit dem Aufstieg und Fall des Reiches Atlantis.
Gilgamesch-Epos. Das Gilgamesch Epos stammt aus Babylon. Seine ältesten Fragmente sind ab 2300 vor Christus verbürgt. Die ältesten weitgehend erhaltenen Aufzeichnungen stammen aus der Zeit um 1600 vor Christus. Das Epos wird „rückwärts“ erzählt, d.h. Gilgamesch, König von Uruk, begibt sich nach der Flut auf die Suche nach Utnapischtim, dem überlebenden König von Schurrupak, der untergegangenen Stadt.
Deukalion und Pyrrha. Prometheus warnt Deukalion und baut für ihn ein Schiff. Entstehungsort und Zeitpunkt dieser griechischen Überlieferung sind nicht verbürgt. Da Deukalion direkter Abkomme eines Titanen (zweite von drei Generationen von Göttern) ist und sein Sohn Hellen Vater aller Hellenen ist, dürfte die Sage sehr alt sein. Da die Hellenen ab 1950 vor Christus in zwei großen Wellen aus dem Norden nach Griechenland einwanderten, vermuten wir eine Herkunft aus dem Raum nördlich des Schwarzen Meeres oder Donauraum.
Philemon und Baucis. Diese Flut spielt in Phrygien. Sie wurde unseres Wissens erst zu lateinischer Zeit auf Basis lokalen Sagengutes aufgezeichnet. Die Protagonisten werden von Zeus vor einer Flut verschont, weil sie sehr rechtschaffend waren. Auf Grund der geringen Informationsdichte wurde diese Sage nicht in die Gegenüberstellung einbezogen.
Die Sintflutsagen lassen sich in aller Regel in fünf Phasen einpassen, wobei die einzelnen Phasen unterschiedlich stark gewichtet werden:
1. Gründung
2. Aufstieg
3. Verfall
4. Flut
5. Nach der Flut
Bei sämtlichen Flutsagen versinkt die Stadt/das Land/die Menschheit im Wasser. Das Wasser steigt relativ langsam. Von Flutwellen ist nirgendwo die Rede.
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Genesis |
Atlantisbericht |
Gilgamesch-Epos |
Deukalische Flut + griechische Mythologie |
Kommentar |
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GRÜNDUNG |
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Gott |
Poseidon (Iapetos) |
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Iapetos |
1) |
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Eden |
Poseidon (= Meer) |
Ea/Enki (Urmeer) |
Pontos |
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… es ging aus ein Strom |
Zwei Quellen |
Zweistromland |
(nach Meinung der Griechen entstammte alles Wasser dem Pontos = Schwarzen Meer) und wurde vom Randmeer dorthin zurückgeleitet. |
Konzept von Verdunstung und Regen war bekannt. Daher mussten die Flüsse nicht direkt aus einer Quelle gespeist werden |
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Garten in Eden |
Hain des Poseidon |
Wald/heilige Zeder |
Elysion |
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Adam (nicht erster Mensch, sondern erster sesshafter Mensch) |
Atlas, Ampheres, Euaimon, Mneseus (Brüder), dazu Gadeiros/Eumelos und fünf Flusskönigtümer |
Alulim |
Atlas,
Prometheus, Epimetheus und Menoitios
(Brüder), dazu Hesperos |
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Vertreibung aus dem Pardies/Eva |
Bau von Brücken, Kanälen, Beginn Feldbau |
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Büchse der Pandora = Frau von Epimetheus (Unheil der Welt) |
Beginn von Sesshaftigkeit und Feldarbeit |
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AUFSTIEG |
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Geschlechtsregister |
Herrschten viele Menschenalter hindurch |
Königsliste |
Silbernes Zeitalter |
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… fing man an, den Namen des Herrn anzurufen |
Könige lassen sich als Götter verehren |
Könige sind Abkömmlinge der Götter |
Titanen und ihre Kinder |
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Riesen, Helden der Vorzeit und Gottessöhne |
Behauptung der Königswürde |
Schurrupak – die Götter waren ihr nah |
Titanen |
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VERFALL |
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Vermischung von Gottessöhnen mit Menschen |
Vermischung göttlicher Könige mit Menschen |
Deutlich abnehmende Regierungs- und Lebenszeiten |
Ehernes Menschengeschlecht |
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Verderbtes Fleisch, Bosheit, Frevel |
Machtgier, Habsucht, Krieg |
Sünde, Lärm |
Grausamkeit, Streit, Zank und Krieg |
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FLUT |
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Gott beschließt Sintflut |
Götter beschließen Flut (Allen voran Zeus) |
Götter beschließen Flut |
Götter beschließen Flut (allen voran Zeus) |
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Gott warnt rechtschaffenden Noah/Bau der Arche |
(Sage bricht ab) |
Ea warnt rechtschaffenden Utnapischtim/Bau der Arche |
Prometheus warnt rechtschaffenden Deukalion/baut ein Schiff |
Arche = aufschwimmende Lake Dwellings |
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Brunnen der Tiefe (à Versinken) und Fenster des Himmels brachen auf |
Schlimmer Tag & schlimme Nacht, Versinken der Insel, Erdbeben |
Versinken der Stadt, Sturm aus Süden |
Wolkengüsse, Südwind, Poseidon durchsticht Erdreich/Dämme (Bosporus?!), Nach Tantalus-Sage auch Erdbeben |
Bruch des Bosporus (durch Erdbeben), Monsunregenfälle im Atlantikum üblich. |
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NACH DER FLUT |
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Landung am Ararat-Gebirge in Ostanatolien |
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Landung am Berg Nissir in Ostanatolien |
Landung auf einem Berg in Griechenland (Philemon & Baucis: in Phrygien am Schwarzen Meer), Tantalus: Phrygien oder Lydien |
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Meer unbefahrbar, weil Schlamm hinderlich wurde |
Meer des Todes |
Pontos Axeinos (das ungastliche Meer), früherer Name des Schwarzen Meeres |
2) |
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Opfer, Reue Gottes, Neuer Bund |
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Opfer, Reue der Götter |
Hilfe durch Themis |
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1) Nach Meinung der Griechen gab es drei wesentliche Generationen von Göttern. Die deukalische Flut spielt ebenso wie wohl die Sintflut und er Atlantisbericht im Übergang von 2. auf 3. – Die Sintflut markiert geradezu den Übergang und dient der dritten Göttergeneration zur Abgrenzung und Abschreckung.
1. Die Urgötter Gaia (Erde), Tartaros (Unterwelt), Uranos (Himmel) und Pontos (Wasser) („Naturreligion; goldenes Zeitalter“)
2. Die Titanen, von Interesse hier besonders Kronos (Himmel), Okeanos (Wasser) und Iapetos (Vater von Atlas, in der Atlantisüberlieferung wird hier allerdings Poseidon genannt) („Landnahme, silbernes Zeitalter“)
3. Die olympischen Götter, hier besonders Zeus (Himmel, Göttervater), Poseidon (Wasser) („Abspaltung, ehernes Zeitalter“)
2) Das Eindringen von Salzwasser in den Süßwassersee führte zu einer ökologischen Katastrophe. Noch heute sind 90% der Wassermasse sauerstofflos und mit Schwefelwasserstoff und Methan verseucht. Aufsteigendes Gas versenkte in der Anfangszeit Schiffe und erstickte Besatzungen.
Prof. Dr. Siegfried G. Schoppe Christian Schoppe, MBA
Hamburg/Frankfurt, den 28. März 2005