Parallelen des Untergangs von Rom 476 nach Christus
und Atlantis 5510 vor Christus
6000 Jahre vor dem Untergang Roms geschah bereits einmal das, was den Untergang des Imperiums ausmachte, allerdings in unterschiedlicher Abfolge: Während der Untergang Roms, endgültig „besiegelt“ durch Odoaker und Romulus Augustulus Ergebnis einer Völkerwanderung war, lösten die Flutung des Schwarzmeerbeckens und der Untergang von Atlantis die indoeuropäische Völkerwanderung erst aus.
Die wichtigsten Phänomene des Kulturverfalls waren aber gleich, weil der Zusammenbruch einmal durch die Menschenflut und einmal durch die Salzwasserflut das „komplexe, auf globaler Arbeitsteilung und Spezialisierung beruhende Wirtschafts- und Handelssystem“ zerstörte und da man an der Peripherie nach dem Untergang des Zentrums „nicht in der Lage war, auf lokale Fähigkeiten und Netzwerke zurückzugreifen“ (Ward-Perkins, Bryan: The Fall of Rome and the End of Civilization, Oxford University Press 2006).
- So wie England im 5. Jahrhundert nach dem Fall Roms zum Tauschhandel zurückkehrte, so gingen auch in Atlantis die ersten Monetarisierungsansätze mit Obsiodian-Oreichalkos unter.
- Wie in Germanien die Schrift zurückging und mit den Runen wieder aufgebaut wurde, findet man in der Vinca-Kultur auf dem Balkan nur noch die Reste der alten Schrift der Atlanter.
- Die Rohstofflieferanten des Nachfragezentrums Rom für Konsum- und Investitionsgüter von Nordafrika bis Irland verarmten im fünften Jahrhundert wie schon Siebenbürgen in den Karpaten als Hauptlieferant über Alt und Donau für Atlantis 6000 Jahre zuvor.
- So wie den germanischen Stammeshäuptlingen und ihrem Gefolge alles Wissen abging, um eine hoch entwickelte Kultur in Gang zu halten, so fehlte auch den übrig gebliebenen Provinzfürsten von Atlantis buchstäblich jedes Know-How.
- Alle Technologien und Fertigkeiten (Töpferei, Architektur, Metallurgie, Mathematik, Geometrie, Astronomie, Heilkunde) erlitten in beiden Fällen herbe Rückschläge – natürlich auf unterschiedlichem Niveau -, weil zwar durchaus genügend Menschen mit entsprechendem Wissen die Katastrophe überlebten, jedoch die Produktionsbasis zerstört war, die im Zentrum und in der Peripherie für Wohlstand gesorgt hatte. Es kam zu einer Erosion der Infrastruktur.
- In Rom reichten die globalen Handelsbeziehungen bis Indien und China, in Atlantis wohl auch. Aber da beide jeweils sowohl als Lieferanten als auch als Nachfrager ausfielen, verfiel das engmaschige Handelsnetz mangels Nutzung und Anspannung.
- Alle Kultur- und Bildungseinrichtungen (Theater, Schulen, Bibliotheken, Sternwarten, Akademien), die als öffentliche Güter nur von einer prosperierenden Gesellschaft getragen werden können, brachen mit dem Verfall des Abgaben- und Steuersystems zusammen. Das kollektive Wissen ging unter.
- Ebenso verfiel die Streitmacht, die auf Zentralisierung und Finanzierung angewiesen ist. Das Chaos der Völkerwanderung und jenes der Sintflut beseitigten jede öffentliche Ordnung und Hierarchie.
Es waren jeweils am Ende exogene Schocks, die das feinmaschige Netz dieser Imperien zerrissen und ihnen keine Überlebenschance für ihre Zivilisation ließen. Denn mit dem Spannungsabfall im Netz wegen der Zerstörung des Kraftzentrums war der Status der Peripherie nicht zu halten.
Ob das Internet eine ähnliche Achillesferse moderner Gesellschaften ist? Es gibt einen vielleicht entscheidenden Aspekt, der das Internet der globalen Welt weniger anfällig erscheinen lässt: Die Multipolarität mehrerer Kraftzentren („Server“) könnte den Ausfall eines Zentrums kompensieren und das Netz unter Spannung halten.
Hauptseite Atlantis Sintflut im Schwarzen Meer
© Christian und Siegfried Schoppe Impressum