Inhalt
Einordnung der Bandkeramischen Kultur in die
Steinzeit
Nach dem derzeitigen Erkenntnisstand
entwickelte sich die Bandkeramik zwischen 5700 und 5500 vor Christus in der
Region des heutigen Ost-Ungarn. Man geht davon aus, dass diese Kultur durch
Starcevo-Körös-Cris und Vinca geprägt wurde. Dem ist unseres Erachtens
zuzustimmen. Starcevo-Körös-Cris ist die Vorläufer-Kultur, auf der die
Bandkeramik basiert. Aufgrund der unglaublichen Dominanz des
kupfersteinzeitlichen Zentrums im Schwarzen Meer kam es natürlich auch zu einer
Prägung durch diese Atlantis-Kultur, deren Flüchtlinge sich als Vinca auf dem
Balkan wieder finden. Die Starcevo-Körös-Cris Kultur belieferte Atlantis mit
Waren insbesondere aus Siebenbürgen. Insgesamt steht aber fest, dass die
Bandkeramik vor allem eine Entwicklung vor Ort ist.
Es ist insgesamt
unbestritten, dass sich die Bandkeramische Kultur (Linearbandkeramik) in Europa
sehr schnell ausbreitete. Nach einer
Meinung sollte dies durch Imitation und Sesshaftwerdung der einheimischen
Bevölkerung geschehen sein. Die Ausbreitung der ältesten Bandkeramik dauerte etwa
von 5500 bis 5300 vor Christus. Durch die jüngsten Funde wurde dieser Zeitraum
auf 5700-5300 verlängert. Einige Archäologen trösten sich mit der Vorstellung,
dass diese Ausbreitungsgeschwindigkeit zwar hoch, aber nicht undenkbar ist.
Hinsichtlich der
Gesamtdarstellung der Bandkeramischen Kultur verweisen wir auf den sehr
lesenswerten Beitrag von Maximilian O. Balida
„The Earliest Bandkeramk“ (englisch).
Atlantis-Sintflut Theorie: Ableitung von Hypothesen
Nach unserer Meinung ist
die Ausbreitung der Bandkeramik eine indirekte Folge der Sintflut und der
Vernichtung von Atlantis 5510 vor Christus. Mit dem Untergang dieses
kupfersteinzeitlichen Zentrums im Nordwesten des heutigen Schwarzmeeres mussten
die Einwohner flüchten. Diese Flüchtlinge treffen wir als Vinca wieder, die wir
in einem gesonderten Artikel beschrieben haben.
Das Eindringen der Vinca
durch das Eiserne Tor der Donau führte direkt in das Herz der
Starcevo-Körös-Cris Kultur. Der frühere Siedlungsraum auf dem Balkan wurde
quasi im Handstreich genommen. Dies zwang die Eingeborenen und die Ankömmlinge,
sich zu arrangieren. Ob und inwieweit eine Vermischung, Vernichtung oder
Vertreibung erfolgte, können wir noch nicht genau bestimmen. Sicher ist aber
eines: Die Neuankömmlinge erhöhten den Bevölkerungsdruck gewaltig. Eine
Vielzahl von Personen musste auswandern und neue Siedlungsgründe suchen.
Diese Auswanderer zogen
entlang der Donau in das Herz von Europa (Die übrigen Flüsse Dnjestr, Bug,
Dnjepr, Don haben wir noch nicht betrachtet, hier scheint es aber ähnliche
Entwicklungen gegeben zu haben). Dort trafen sie auf eine mittelsteinzeitliche
Bevölkerung, die überwiegend vom Jagen und Sammeln lebte. Diese mesolithische
Bevölkerung spielt in der weiteren Betrachtung eine große Rolle: Nach
konservativer Lehre übernahm diese Bevölkerung die Konzepte der Bandkeramik
durch Imitation, nach unserer Meinung spielte dabei auch die Wanderung eine
Große Rolle. Dieses Verhältnis wird bis heute heftig diskutiert.
Aus unserer Theorie leiten
sich zwei Hypothesen ab, die wir im Folgenden überprüfen möchten:
Probleme bei der Altersbestimmung in der
Anfangsphase der Bandkeramik
Maximilian O. Balida kommt
in seiner Zusammenfassung zu dem Ergebnis, dass „… der Beginn der Bandkeramik
noch nicht angemessen dokumentiert ist… .“ Dies hängt mit einer Vielzahl von
Problemen bei der Altersbestimmung zusammen. Die Ausbreitung der Bandkeramik
erfolgte so schnell, dass heutige Datierungsmethoden kaum in der Lage sind, die
Abfolge zuverlässig darzustellen.
Zunächst einmal ergibt
sich das Problem der Befundlage. Entscheidend für die Frage der Ausbreitung
sind jeweils die Anfänge, die Erstbesiedlung einer Region. Aber hat man überall
die älteste Siedlung gefunden? Oder existierte neben einer großen Ansiedlung
aus 5300 vor Christus vorher ein kleines Dorf, das heute nicht mehr in
Erscheinung tritt? Hat man aus jeder Siedlung jeweils den ältesten Fund
bestimmt?
Daneben gibt es Probleme bei
der Datierung selbst. Ohne auf die Probleme von Verunreinigungen, Kalibrierung
wegen schwankender C14 Isotopenanteile, Baumalter oder Messmethode näher
einzugehen ist ganz klar: Bei einer Rückschau über 7500 Jahre ergibt sich schon
statistisch eine Unschärfe, die in einer Größenordnung von 100 bis 400 Jahren
liegt. Einer Datierung auf 5400 oder 5300 vor Christus kann ohne weiteres ein
tatsächliches Alter von 5500 zu Grunde liegen.
Die Dauer der Ausbreitung der frühen Bandkeramik
von etwa 200 Jahren entspricht im Grunde der statistischen Streuung der
Altersdatierungen. Den vorliegenden Befund würde man erwarten, wenn alle
ältesten Siedlungen zum gleichen Zeitpunkt angelegt wurden.
Eine vernünftige Datierung
ist daher nur über eine Vielzahl von Funden möglich. Offenbar ist die
Befundlage für Süddeutschland so dicht, dass hier mit einem Beginn um 5500 vor
Christus relativ zuverlässig gerechnet werden kann.
Um den Unschärfen der
technischen Altersbestimmung mit der C14 Methode Herr zu werden, ziehen die
Archäologen in der Regel kleine Veränderungen in der typischen Ornamentik und
Bemalung von Keramik zu Rate. Aufgrund der kurzen Frist und der starken
Einheitlichkeit der Bandkeramischen Kultur hilft aber auch dies nur bedingt
weiter.
Nach dem gültigen
wave-of-advance Modell vom Ammermann und Cavalli-Sforza erwarten die
Archäologen eine zeitliche Abfolge in der Besiedlung. Die Interpretation der
Funde trägt dieser Annahme Rechnung - die offiziellen Ergebnisse und
Darstellungen vermischen bereits Fakten und Interpretation! Die Ergebnisse wurden so weit es ging dem
erwarteten Ergebnis angepasst.
Die Empirie ist der größte Feind der Theorie:
Älteste Bandkeramik
Was schon immer als
problematisch angesehen wurde ist, dass die Bandkeramik in Süddeutschland
ziemlich eindeutig um 5500 (also kurz nach unserer Sintflut im Schwarzen Meer)
beginnt. Da hilft es auch nicht, dass die älteste Phase der Bandkeramik
zweihundert Jahre umfasst - was wohl eher auf eine statistische Streuung
zurückzuführen ist - wenn die ältesten Siedlungen überall aus 5500 vor Christus
stammen.
Zwar hat die Vorverlegung
des Anfangs der Bandkeramik auf 5700 vor Christus für die Berechnung der
durchschnittlichen Ausbreitungsgeschwindigkeit eine Entlastung gebracht; dies
ist jedoch nur ein statistischer Trick: Ob die Bandkeramik um 5500 oder um 5700
in Ungarn entstand, ist irrelevant. Entscheidend ist, dass die ältesten
Ansiedlungen in einer sehr großen Region in Zentraleuropa alle aus 5500 vor Christus
stammen.
Anfangs schien die Gegend
von Ungarn bis nach Süddeutschland noch relativ gut beherrschbar zu sein,
obwohl die Fläche schon recht groß ist. Wenn man bedenkt, dass die sesshafte
Landwirtschaft annähernd ein Jahrtausend auf dem Balkan blieb, mutet es schon
wie ein Wunder an, dass sie innerhalb von 200 Jahren Mitteleuropa eroberte. Was
aber die bisherige Doktrin weiter ins Wanken bringt ist die Tatsache, dass sich
die Fläche derzeit noch vergrößert. Grabungen in der Halle/Saale Region bei Goseck
zeigen, dass auch hier die ersten Bandkeramischen Gräber aus 5500 vor Christus
stammen. Selbst die Bandkeramik in der Rheingegend wurde jüngst auf 5400 vor
Christus zurückdatiert.
Schon der empirische
Befund zeigt ganz klar: Die ältesten Ansiedlungen vom Rhein bis nach Westungarn
wurden alle innerhalb kürzester Zeit errichtet. Die Archäologen sind mit ihren
aktuellen Modellen auch selbst nicht zufrieden, wie verschiedene Beiträge
zeigen. Entscheidend ist aber aus unserer Sicht, dass nicht einmal statistisch
Unsicherheiten zu Rate gezogen werden müssen. Der Befund ist auch so schon
erdrückend genug. Man muss nicht fragen: “Wurden die ältesten Siedlungen im
weniger dicht besiedelten Westen und Norden überhaupt gefunden?“, „Entsprechen
die veröffentlichten Alter mehr dem Messergebnis oder der Erwartung?“
„Entspricht die statistische Datierung auf 5400 nicht tatsächlich 5500 vor
Christus?“
Im Ergebnis steht fest:
Die Gegend Deutschland vom Rhein bis nach Halle/Saale und Bayern, Österreich,
Tschechien und Westungarn wurde zur gleichen Zeit besiedelt. Das ist nur mit
einer Fluchtwelle zu erklären.
Ausbreitung der Bandkeramik durch Wanderung oder
Imitation oder …?
Wenn man sich die
Ausbreitungsgeschwindigkeit betrachtet, braucht man eigentlich gar nicht mehr
darüber debattieren, ob die Ausbreitung Folge einer Wanderung oder Folge einer
Sesshaftwerdung der einheimischen Bevölkerung war. Es war eine Fluchtwelle.
Dennoch möchten wir die weiteren Indizien vorstellen, die für eine Wanderung
sprechen.
Vorab sei aber
festgestellt, dass die Besiedlung Europas natürlich nicht ausschließlich die
Folge dieser Fluchtwelle ist. Bereits vorher gab es eine mittelsteinzeitliche
Besiedlung in Europa, die nicht ausgelöscht wurde, sondern sich den neuen
Methoden anschloss. Insofern wird man immer auch Anzeichen einer
Sesshaftwerdung der lokalen Bevölkerung finden müssen - dies war jedoch nicht
der Treiber der Ausbreitung.
Außerdem möchten wir die
Ausbreitung der Bandkeramik in zwei „Wellen“ unterteilen. Aus unserer Sicht
drängt es sich auf, dass die Fluchtwelle zunächst donauaufwärts bis an den
Rhein schwappte, und zwar relativ kurz nach der Sintflut. In einer zweiten
Welle breitete sie sich dann in den nächsten 400 Jahren über den Rest von
Europa aus. Für diese beiden Wellen gelten natürlich unterschiedliche Erklärungsansätze:
Während sich die zweite Welle mit den eingeführten Modellen der Archäologie vereinbaren
lässt, durchbricht die erste Welle die Norm. Und gerade diese erste Welle ist
die Fluchtwelle.
Peter Bogucki von der
Princeton University hat einmal in seinem Artikel „The Neolithic Diaspora
in Europe“ zusammengetragen, warum es sich hierbei um eine Wanderung handeln
muss. Da es nicht besser formuliert werden kann, möchten wir sein Ergebnis hier
in Form eines umfassenden Zitates wiedergeben:
„Die Kriterien von Rouse unterstützen den Fall,
dass die Entstehung der frühen bäuerlichen Gemeinschaften in dieser Gegend das
Ergebnis von Kolonisation und nicht von lokaler Entwicklung war:
Aus archäologischer Sicht
spricht also vieles für eine Wanderung. Im Rahmen der Untersuchung der
Ausbreitung der Indoeuropäischen Sprache kam man zu dem Ergebnis, dass diese
auch genetisch unterlegt ist. Die Häufigkeit bestimmter Merkmale steigt in
Richtung des Schwarzen Meeres jeweils an. Auf die Ausbreitung der
Indoeuropäischen Sprache werden wir noch einmal gesondert zu sprechen kommen,
da seit kurzem eine neue, sehr umfassende Untersuchung vorliegt, die unsere
Theorie massiv unterstützt; Insbesondere ist erstmals die Datierung des
Auseinanderfallens der jeweiligen Sprachstämme gelungen, die nach unserer
Meinung sehr zutreffend ist.
Während wir dieses
Verhältnis also nur streifen, möchten wir jedoch eindringlich darauf verweisen,
das eine spezielle genetische Untersuchung
zur Linearbandkeramik ebenfalls eine Wanderung nahe legt: Zwei Wissenschaftler
der Stanford University untersuchten gezielt bestimmte Merkmale auf dem sich
kaum verändernden Y-Chromosom. Sie waren in der Lage, eine Brücke von der Genetik
zur Archäologie zu schlagen: Nach ihren Ergebnissen konnte das Vorhandensein
bestimmter Tonfiguren zu 88% durch das Vorliegen eines bestimmten Merkmals
vorhergesagt werden. Das Vorhandensein bemalter Keramik war immerhin noch zu 80%
vorhersagbar.
… Kolonisation?
Die beiden
Erklärungsansätze, um die derzeit gestritten wird, blenden eine Möglichkeit von
vornherein aus: Könnte es sich bei der Besiedlung Zentraleuropas vielleicht um
eine gezielte und gesteuerte Kolonisierung gehandelt haben? Leider
unterschätzen die Menschen der Neuzeit die Fähigkeiten der Menschen in der
Steinzeit nach wie vor massiv, so dass ein solcher Vorschlag auf den ersten
Blick phantastisch erscheint. Wir meinen jedoch, dass einige Fakten für eine
gesteuerte Besiedlung sprechen.
Die Idee dazu resultiert
aus der Feststellung von Peter Bogucki, dass es ein spezielles und für die
Wanderung typisches Merkmal ist, dass die frühesten Bandkeramiker bestimmte
Plätze bevorzugten; dabei wurden Plätze, die vergleichbar gut oder sogar besser
geeignet gewesen wären, zunächst völlig ignoriert und erst später besiedelt. Zu
Recht ist dies ein Zeichen von Wanderung, denn die lokale Bevölkerung hätte die
besten Plätze besiedelt, ohne auf eine Standardisierung zu achten.
Wenn man sich dieses
Verhaltensmuster in der Neuzeit ansieht, ist es typisch vor allem für
Franchise-Systeme und erfolgreiche Ketten. Hier die „Kolonisierungslogik“
einiger:
McDonalds: An viel
frequentierten Autobahnausfahrten
Starbucks: Großstadt,
zentraler Platz, Südseite
Lidl: neben Aldi
In diesem Fall würden wir
Kolonisation folgendermaßen definieren:
Ein bestimmtes Zentrum
sorgt dafür, dass eine Region mit einem vorgefassten
Plan erobert wird, um später wirtschaftliche Erträge daraus zu ziehen.
Was wir bei der
Linearbandkeramik finden ist ganz klar ein vorgefasster Plan: Ziehe die Flüsse
hoch, suche eine Stelle mit Lössboden, die an einem Fluss liegt, die eine
Neigung von etwa 4° nach Süden hat und baue dort eine Siedlung und Häuser nach
Schema F und beginne mit Ackerbau wie gelernt.
Nach unserer Meinung
könnte es durchaus ein Zentrum (Atlantis II) gegeben haben. Wir haben bereits
über die Vinca-Kultur auf dem Balkan berichtet. Diese
verfügte über Schriftzeichen und war der Linearbandkeramik zwar verwandt, aber
tendenziell doch weiter entwickelt. Unseres Erachtens könnte hier durchaus ein
weit entwickeltes politisches, religiöses und wirtschaftliches Zentrum gelegen
haben, das Zentraleuropa kontrollierte.
Was es auf jeden Fall
gegeben hat waren umfangreiche Handlesbeziehungen von Zentraleuropa in die
Region Balkan/Schwarzes Meer. Dafür sprechen insbesondere die Funde von
Spondylus-Muscheln, die in der Zeit als Naturalgeld gehandelt wurden. Prof.
Henrieta Todorova weist zu Recht darauf hin, dass nach der Befundlage die Spur
dieser Muscheln nicht wie bisher vielfach angenommen in die Ägäis, sondern vor
allem auch zum Schwarzen Meer führt.
So kommen wir immer mehr
zu dem Ergebnis, dass die Flüchtlinge von Atlantis auf dem Balkan ein neues
Atlantis II gründeten und in der gleichen Logik ihre Umwelt weiter gestalteten.
Die Rolle dieses Bedeutenden Zentrums scheint bis in die Bronzezeit überliefert
worden zu sein, wie die korrekte Interpretation der „Himmelsscheibe von Nebra“ zeigt.
Für ein Solches Atlantis
II spricht auch, dass die Bandkeramik um 5000 vor Christus schlagartig und
gewaltsam zerfiel. Die Kolonie „Zentraleuropa“ spaltete sich ab und zerfiel in
eine Vielzahl neuer Gruppen. So ist gerade dieser Zerfall ein Hinweis darauf,
dass vorher eine „ordnende Hand“ existierte. Das ist zwar nicht erforderlich
zum Beweis unserer oben aufgestellten Hypothesen, wird uns aber doch wohl noch
weiter beschäftigen.
Links
Bandkeramische Kultur bei
Wikipedia
Maximilian O. Balida, „The
Earliest Bandkeramik“, 2004
Peter Bogucki, „The
Neolithic Diaspora in Europe“, 1997
Häuserfund
in Ober-Erlenbach/Hessen
Funde
bei Goseck/Sachsen-Anhalt
Frühneolithische
Fundstellen von Brunn am Gebirge, Flur Wolfholz, NÖ
Frankfurt, den 5. September 2004
Prof. Dr.
Siegfried G. Schoppe Christian M.
Schoppe, MBA
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„Atlantis und die Sintflut - die erste
Hochkultur versank 5510 vor Christus im Schwarzen Meer“