Atlantis Sintflut im Schwarzen Meer

Die Himmelsscheibe von Nebra



Jüngst wurden die neuesten Überlegungen zur Himmelsscheibe von Nebra veröffentlicht.

Vorausgegangen war ein langes Hin und Her von Interpretationen, die allesamt unbefriedigend waren. Aus diesem Grunde war die Gemeinde der außen stehenden Beobachter immer skeptisch. Zunächst sollte die Himmelsscheibe eine Bedienungsanleitung für das Sonnenobservatorium Goseck sein, das allerdings bereits 3000 Jahre vor Erschaffung der Himmelsscheibe schon nicht mehr existierte. Die nächste offizielle Interpretation ging in Richtung eines Himmelsgewölbes, das eine Erdscheibe überspannt.

Die jetzt vorgelegte Untersuchung ist aus unserer Sicht sehr viel belastbarer und insbesondere auch durch schriftliche Quellen aus dem vorderen Orient belegt. Demnach repräsentiert die Himmelsscheibe eine kalendarische Schaltregel: Sesshafte Kulturen hatten seit jeher das Problem, dass zwölf Mond-Monate (~354 Tage) kein Sonnenjahr (~365 Tage) ergeben. Die daraus resultierenden Probleme der Verschiebung wirken sich unmittelbar auf die Landwirtschaft aus (Saat und Ernte). Außerdem sind die Verschiebungen so gravierend, dass sie schnell zu bemerken sind, weil der „Sommer“ im Winter stattfindet. In Bronze gegossen und mit Gold geschmückt findet sich hier nun die Regel, bei welcher Konstellation ein Schaltmonat einzufügen ist*. Die Ausrichtung der kleinasiatischen Landwirtschaft an dem Sternbild der Plejaden (nach ihrer mythischen Mutter Pleja; oder Atlantiden nach ihrem Vater Atlas) ist schon lange kein Geheimnis mehr.

Wie so oft unterstellen die Archäologen gerne einen Kulturimport aus Kleinasien. So sollte die alteuropäische Vinca-Schrift auch ein Import aus Babylon sein, bis man merkte, dass die europäische Variante zweitausend Jahre älter ist. In diesem Fall hat man das aber gleich bemerkt: Die Himmelsscheibe war von ca. 2000 bis 1600 vor Christus in Gebrauch, die ältesten Belege aus Kleinasien stammen hingegen aus dem ersten Jahrtausend vor Christus. Woher, muss man nun fragen, kommen eigentlich die Sumerer, die um 3200 vor Christus Babylon begründeten?

So spekuliert DIE WELT, dass die Himmelsscheibe die gewagte Hypothese des Atlantis-Forschers Spanuth stützen könnte, welcher die Atlanter bei Helgoland verortet. Dabei ist der große Wasserkreis „sin-wur“ wohl eher das Schwarze Meer als die Nordsee.

„Woher hatte der Schöpfer der Scheibe sein astronomisches Wissen, das sich in dieser Tiefe nur über Generationen erarbeiten lässt?“ fragt die Frankfurter Allgemeine Zeitung zu Recht. Selbst der Landesarchäologe Meller konzediert: „Klar ist jedenfalls: Wir unterschätzen den prähistorischen Menschen immer wieder dramatisch“ (FAZ). Diese Aussage mag auch geprägt sein von den jüngsten Forschungsberichten aus Göbekli Tepe; hier spricht Dr. Klaus Schmidt, Ausgräber des Deutschen Archäologischen Instituts, bereits von der Frühform einer Schrift in Ostanatolien – um 7500 vor Christus!

Nach den antiken Quellen war der Träger des Himmels Atlas, der Vater der Plejaden, derjenige der das Geheimnis der Sphäre lüftete. Atlas war der Überlieferung nach auch Großkönig von Atlantis. Nach der von uns vertretenen Theorie gab es bis 5500 vor Christus im Nordwesten im heutigen Schwarzen Meer eine weit entwickelte jungsteinzeitliche Kultur, welche mit Atlantis identisch ist. Vor diesem kulturellen Hintergrund dürfen weit entwickelte Fähigkeiten im Bereich der Schrift, Geometrie, Astronometrie und Mathematik und auch in der Zeitmessung auch in Europa nicht verwundern. Ganz im Gegenteil: Archäologische Funde der jüngsten Zeit bestätigen dies zunehmend. Die Himmelsscheibe von Nebra ist nur ein Teil davon. Hinzu kommen die alteuropäischen Schriftfunde, Kreisanlagen, Ansiedlungen und Werkzeuge bis hin zu „Maßstäben“ um 5000 vor Christus, immer gezielt auf Lößböden an Flusstälern.

* Die Scheibe von Nebra zeigt an, wann ein „13. Mond“ zu schalten ist, um den Gleichklang zum Sonnenjahr wieder herzustellen. Da der Mond-Monat 29,5 Tage ausmacht, fehlen bei 12 Monaten über 11 Tage am Sonnenjahr. so dass schon nach jeweils drei Jahren 33 Tage Differenz auftreten, mehr als ein Monat: Der 1. März als meteorologischer Frühlingsbeginn würde also in gut 30 Jahren durch sämtliche Jahreszeiten gewandert sein. Die Himmelsscheibe von Nebra enthält eine klare Schaltregel, die dies verhindert.

Quellen:

FAZ: „Himmelsscheibe von Nebra – Eine komplexe astronomische Uhr“, Nr. 45, S. 9
Guratzsch, Dankwart: „Uhr der Sonne und des Mondes – Himmelsscheibe von Nebra: Die Schaltregel war schon 1000 Jahre vor dem Babylonischen Reich bekannt“, in: DIE WELT, 22. Februar 2006
Schmidt, Klaus: „Sie bauten die ersten Tempel. Das rätselhafte Heiligtum der Steinzeitjäger“, 2006

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