Atlantis ist nach einer von
Plato niedergelegten Überlieferung aus Ägypten eine frühe Hochkultur, die einen
Krieg gegen Ägypter und Griechen führte. Als die atlantische Zivilisation
bereits im Verfall begriffen war, wurde sie durch ein göttliches Strafgericht
verurteilt und versank im atlantischen Meer.
Atlantis ist ein Rätsel,
das Forscher in den letzten 2.000 Jahren inspiriert hat. Die Suche nach
Atlantis ist aber kein Selbstzweck, sie ist eine Suche nach den gemeinsamen
Grundlagen der Menschen. Atlantis kann gemeinsame Identität und gegenseitiges
Verständnis bedeuten - von Großbritannien bis Vorderindien, von Schweden bis
Ägypten. Sind wir nicht alle irgendwo Atlanter?
Die Sage behandelt im Kern
ein grundlegendes menschliches Problem: Die Selbstzerstörung jeder menschlichen
Organisationsform durch Machthunger, Habgier und Eigennutz - Ein
zivilisatorisches Grundproblem, das spätestens 6.000 vor Christus aufkam, das
Plato 400 vor Christus niederschrieb und das sich wie ein roter Faden auch
durch die ganze Bibel bis in die Neuzeit zieht. Die Sage liefert keine
Lösungen, sie definiert aber in aller Klarheit das Problem, das noch viel älter
ist als mancher vielleicht glauben mag.
„Wer sich an die
Vergangenheit nicht erinnern kann, ist dazu verdammt, sie zu wiederholen“
(Santayana).
Welche
Vorkenntnisse muss ich haben, um das Buch zu verstehen?
Wir möchten dringend dazu
raten, dass Sie vorher die Atlantissage lesen. Plato hat diese etwa 400 vor
Christus in Form von Dialogen dargestellt (wobei es sich aber mehr um
aneinander gereihte Monologe handelt). Diese heißen Timaios und Kritias. Es
gibt eine Vielzahl von Übersetzungen. Die Atlantissage finden Sie hier (.pdf).
Es ist ansonsten aber nicht
erforderlich, sich mit dem bisherigen Erkenntnisstand zu beschäftigen - es sei
denn, Sie wollen Schriftgelehrter werden und verschiedene Übersetzungen gegen
einander abwägen. Lesen Sie die Sage, verschaffen Sie sich einen Überblick und
lassen Sie sich unvoreingenommen auf unsere Zeitreise
ein.
Eines vorweg: Wir
beantworten die Frage, ob es Atlantis überhaupt gegeben hat, mit Ja. Hierbei
handelt es sich um die erste überlieferte Hochkultur der Menschheitsgeschichte.
Diese muss sich im Zentrum eines Netzes wieder finden, das die Zerstreuung in
alle Himmelsrichtungen widerspiegelt. Wo gibt es ein solches Netz? Aus
archäologischer Sicht ist die Antwort eindeutig: In der Region des Schwarzen
Meeres. Kein einziger archäologischer Fakt spricht hingegen für die Ausbreitung
einer Hochkultur vom Atlantik nach Europa, Afrika und Asien hinein.
Zu Recht wurde Atlantis
also schon in der richtigen Region im kulturellen Großraum von Santorin, Troja,
Zypern oder auf Kreta vermutet. Die genaue Lokalisierung ist reine Empirie, das
Zusammentragen von einzelnen Fakten und Indizien.
Wenn man berücksichtigt,
dass die steinzeitlichen Atlanter einen andern Bezugspunkt und einen kleineren
Bezugshorizont hatten, führt eine zwingende Logik in den Schwarzmeerraum…
Am Anfang steht die
geologische Erkenntnis, dass das Schwarze Meer ein Süßwassersee war, der vom
Mittelmeer mit Salzwasser überflutet wurde (Pitman
et. al. 1997 (engl.)).
Gleichzeitig war das
Schwarze Meer Zentrum einer frühen Hochkultur, was Funde in der Umgebung
zunehmend bestätigen. Viele Fragen und Erkenntnisse sind erst kürzlich
aufgekommen (Kreisanlage von Goseck, Sonnenscheibe von Nebra, Göbekli Tepe,
Alter der Sphinx, Amazonengräber...).
Schließlich ist es der
Entwicklung des Internet zu verdanken, wo alle erforderlichen Informationen
leicht und schnell und für jedermann verfügbar sind.
Diese neueren Entwicklungen
waren vor 5-10 Jahren noch gar nicht in dem Umfang verfügbar/bekannt. Jetzt
muss man nur das Puzzle zusammensetzen....
Es ist richtig, dass nach
der Überlieferung Atlantis im "atlantischen Meer" lag. Der Atlantik -
wie auch das Atlasgebirge in Marokko - hat seinen Namen aber erst durch die
Fehlinterpretation der Richtungsangabe „Westen“ in der Atlantissage erhalten.
Von dem Namen "Atlantik" auf "Atlantis" zu schließen ist
also ein Zirkelschluss. [mehr]
Nein!!! Diese Auslegung ist
die Folge einer doppelten (Fehl-)Interpretation! (1) Atlantis lag nach der
Überlieferung "vor den Säulen des Herakles". Gibraltar wurde in der
Spätantike auch so bezeichnet - die Sage ist jedoch viel älter und legt einen
ganz anderen Bezugspunkt zugrunde. Das Mittelmeer wurde erst zu späterer Zeit
das „Mittelmeer“ der Antike, vorher war es Schwarze Meer. (2) Darüber hinaus
stand auch in der ägyptischen Atlantissage nichts von den „Säulen des
Herakles“. Dies wiederum ist eine Interpretation des ägyptischen Priesters
gewesen. Wahrscheinlich stand in der Sage etwas von einer „Meerenge im Westen“
- der Bosporus lag aus Sicht der vorzeitlichen Griechen (ansässig im
Nordschwarzmeerraum) und der vorzeitlichen Ägypter (ansässig in Anatolien und
Palästina) im Westen. [mehr]
Libyen war ursprünglich nur
ein kleiner bewohnter Streifen am Rande Ägyptens. Erst spät wurde ganz
Nordafrika (bzw. große Teile davon) als Libyen bezeichnet.
Asien reichte nach
damaliger Lesart ("Weltbild des Herodot")
höchstens bis nach Vorderindien - wenn überhaupt. Wenn Sie sich auf einer Karte
die Größenverhältnisse ansehen, werden Sie bemerken, dass die Frage, ob Libyen
dazugehört oder nicht, sonst gar keinen Sinn ergeben würde - es ist
unverhältnismäßig viel kleiner als Asien.
Unser Atlantis (von den
Karpaten bis zum Kaukasus, von der jetzigen Abbruchkante des Schwarzen Meeres
bis Dnjepropetrowsk) ist schon recht groß. Wenn Sie nur Kleinasien und das
frühantike Libyen dagegenhalten, werden Sie keinen Widerspruch mehr finden.
... sondern eine in der
Vergangenheit spielende Parabel (Protestanten).
... sondern eine
detaillierte wahrheitsgemäße Aufzeichnung (Wachtturm der Zeugen Jehovas)
Mit diesen und ähnlichen
Vorwürfen wurden wir schon konfrontiert. Unsere Theorie basiert aber nicht auf
den Aussagen des Alten Testaments, vielmehr nutzen wir die archäologischen und
mythologischen Erkenntnisse für eine eigene Auslegung. Nach unserer Meinung ist
das Alte Testament eine zweckorientierte Auslegung alter Mythen - und damit
auch eine Überlieferung. Sie können das Kapitel getrost ignorieren, wenn Sie
wollen.
Mit UFO's, Atomkraftwerken
und merkwürdigen Maschinen können wir Ihnen leider nicht dienen. Archäologisch
gesehen gibt es keine Hinweise auf eine solch fortschrittliche Kultur. Auch die
Überlieferung lässt keinen Raum: Nach Plato's Bericht war Atlantis bestenfalls
auf dem Entwicklungsstand Griechenlands um 500 vor Christus. Der Versuch,
moderne Technologie in die Sage zu interpretieren, ist reine Phantasterei. Wir
halten sogar die überlieferte bronze-/eisenzeitliche Kultur für übertrieben:
Nach unserer Meinung war Atlantis jungsteinzeitlich, bestenfalls
kupfersteinzeitlich einzuordnen. Plato hat die Überlieferung auf einen griechischen
Technologiestand modernisiert.
Das sollte Sie aber nicht
davon abhalten unser Buch zu lesen! Genau genommen waren die Menschen zu der
Zeit bereits auf einem unerwartet hohen technischen Stand mit einfachem
Landbau, Viehzucht, Bewässerungswirtschaft, Fernhandel, Megalithbauten etc. -
also viel weiter entwickelt als man es landläufig für diese Epoche der
Steinzeit vermutet. Lernen Sie diesen frühen Abschnitt der
Menschheitsgeschichte kennen! In dieser dramatischen Umbruchphase entstanden
das Eigentum, die indoeuropäischen Sprachen, die Schrift- und Zahlzeichen, die
gottgleichen Könige und vielleicht auch die/der Sphinx und die ersten
Pyramiden!
Nein, Kontinentalplatten
schwimmen auf geschmolzenem Magma. Sie können nicht einfach versinken,
jedenfalls nicht in einer Zeit, die von Menschen beobachtet werden könnte. Auch
die vielfach wiederholte Theorie von einem Meteoriteneinschlag kann ein
„Versinken“ nicht erklären: Eine größere Platte kann nicht von einem Meteoriten
versenkt werden, bestenfalls reißt der Meteorit einen Krater – dazu braucht er
aber weniger als „einen Tag und eine Nacht“. Konsequenterweise hat man trotz
intensiver Suche und Kartographierung des Atlantikbodens keine Reste von
Atlantis und auch keinen Krater gefunden.
Allerdings können
Kontinentalplatten von Wasser überflutet werden – durch den generellen Anstieg
des Weltmeeres nach der letzten Eiszeit, der sich auch schlagartig entladen
kann, wenn Dämme brechen.
Es ist nach
unserem Wissen so, dass Herr Patrick Brose als erster in Deutschland die Idee
von Atlantis im Schwarzen Meer publiziert hat. Folgerichtig wurde er von uns
auch im Text und im Literaturverzeichnis zitiert und hat auch von Anfang an
seinen Platz auf unserer Linkliste. Herr
Brose hat die verfolgte Idee aber zu früh öffentlich widerrufen, Zitat: „Deshalb ist auch meine Theorie
"Atlantis im Schwarzen Meer" nicht mehr haltbar.“
Die Idee
von Brose stammt aus den Erkenntnissen der Amerikaner Pitman und Ryan und
wichtigen Ansätzen des Schweizer Archäologen Zangger (Atlantis=Troja-Theorie),
auf deren Erkenntnissen wir ebenfalls aufbauen. Darüber hinaus beruft sich
Brose insbesondere auf schriftliche Quellen aus Ägypten. Diesen
Argumentationsweg haben wir nicht weiter verfolgt, obwohl er unsere Theorie
noch weiter unterstützt.
Die
Veröffentlichung von Brose ist mit der von uns aufgebauten umfassenden Theorie
nicht vergleichbar, die auf alle Atlantis-Kriterien eingeht, einen schlüssigen
archäologischen Befund präsentiert, die griechische Mythologie seziert und die
genaue Lage der Insel Atlantis und der Provinzen nachprüfbar benennt. Ein Blick
in das Inhaltsverzeichnis unseres Buches reicht, um
den erheblichen Unterschied und das „weit darüber hinausgehen“ aufzuzeigen.
Bereits
1984 unternahm die Sowjetunion eine - wegen der Verlandung aber nahezu
aussichtslose - Unterwasserexpedition auf der Suche nach Atlantis im Schwarzen
Meer und ein Blick in Google offenbart, dass auch schon viele andere die Idee
von Atlantis im Schwarzen Meer hatten - wir hoffen, die Gemeinde noch deutlich
zu vergrößern!