Atlantis Sintflut im Schwarzen Meer

Die Arche Noah - kein Hausboot, ein Rettungsfloß



© Christian und Siegfried Schoppe (2004) Atlantis und die Sintflut
Die erste Hochkultur versank 5510 vor Christus im Schwarzen Meer, S. 110-113

Unseres Erachtens wäre es eine ungewöhnliche Reaktion, auf die kurzfristige Ankündigung einer Flut mit dem Bau eines riesigen Hausbootes zu reagieren, wie dies in den überlieferten Flutmythen der Fall ist; bei sieben Tagen (oder auch sehr viel mehr) Vorwarnzeit in Bibel und Gilgamesch-Epos wäre es als Alternative zu einem wacke­ligen Kasten sicherlich einfacher und risikoloser gewesen, den nächs­ten Berg aufzusuchen, wie dies auch Philemon und Baucis an der südlichen Schwarzmeerküste getan haben sollen. An dieser Steilküste hatten sie auch einen sehr viel kürzeren Fluchtweg und einen besseren Überblick. Manche mögen glauben, dass tatsächlich die ganze Welt bis über die Bergspitzen überflutet wurde; dies ist jedoch physikalisch unmöglich und es gibt auch keine Spuren eines solchen hydraulischen Phänomens, obwohl das "Diluvium" so zu seinem Namen gekommen ist und auch intensiv nach Spuren gesucht wurde.

So landete Noah auch nicht auf dem Berg Ararat, sondern die Arche ließ sich "nieder auf das Gebirge Ararat", womit ebenso die Region der türkisch-georgischen Schwarzmeerküste gemeint sein kann. Die Suche der Arche an der Bergspitze ist eine Folge der irrigen Annahme, dass die Wasser auf Erden um runde 5.000 Meter gestiegen wären. Alles spricht dafür, dass hier wirklich ein Meeresspiegel gestiegen ist - nämlich der des Schwarzen Meeres - aber natürlich nicht in dieser Größen­ordnung.

Die Geretteten finden sich durchweg am heutigen Schwarzmeerrand wieder: Deukalion wurde erst 2.000 vor Christus von den Protogriechen von der Nordschwarzmeerregion nach Griechenland "übertragen", Philemon und Baucis gingen nach Zentralanatolien (Phrygien) und Noah und sein babylonisches Pendant landeten in Ostanatolien.

Die in Bibel und Gilgamesch-Epos überlieferten Kästen wären bei einer so langen Fahrt schon bei der geringsten Böe gekentert (kein Kiel, kein Ballast, kaum Tiefgang, hoher Schwerpunkt, große Angriffs­flächen). Nach dem Gilgamesch-Epos ging mit der Flut sogar ein Südsturm einher! Mit welchen Mitteln hätten die Flutbedrohten ein großes Schiff bauen können, wo doch erst der Einbaum als Wasserfahrzeug geläufig war?

Unseres Erachtens gibt es hingegen eine schlüssige Erklärung für die Arche-Mythen, die auf der Frage der Schwimmfähigkeit basiert. Physikalisch betrachtet gibt es zwei Möglichkeiten, Auftrieb zu erzeu­gen: Entweder baut man einen stabilen wasserdichten Hohlkörper (Schiff) oder man verbindet Schwimmkörper wie zum Beispiel Hölzer oder Hohlkörper miteinander (Floß). Die Konstruktionsanleitungen der Flutsagen wirken ihrerseits "konstruiert"; der Schiffbau steckte zum Zeitpunkt der biblischen Überlieferung der Flut (3. Jahrtausend vor Christus) in den Kinderschuhen und war zu der von uns betrachteten Zeit - 5.510 vor Christus und früher - nicht über den Bau von Einbäu­men und einfachen Transportflößen hinausgekommen.

Beobachtet man eine Flutkatastrophe irgendwo auf der Welt, so stellt man fest, dass Holzhäuser regelmäßig aufschwimmen und dann wie Rettungsflöße mit Mensch und Tier abgetrieben werden. Bei reißenden Fluten kentern oder zerschellen solche "Wasserfahrzeuge" bald. Für die Sintflut ist anzunehmen, dass viele sich in der Hoffnung, dass das Wasser wieder zurückgehen würde, auf Siedlungshügel oder mit Hab und Gut (Vieh, Saat, Lebensmittel) auf die Dächer oder oberen Böden ihrer Häuser retten wollten.

Es kann auch vermutet werden, dass die Bewohner der Schwarz­meersenke in großer Zahl in Pfahlhäusern den fischreichen See und die Flussarme im Delta säumten. Diese Holzhütten wurden durch die steigende Flut mit oder ohne Pfostengerüst wie Flöße angehoben. Die Archäologie der "Lake Dwellings" (Wasserpfahlbauten) kam schon früh zu dem gesicherten Ergebnis, dass auf den Plattformen der Pfahlbauten, die aus soliden Baumstämmen plus Astwerk und gestampftem Lehm bestanden, auch Schafe gehalten wurden. Insofern mussten die Tiere von Noah gar nicht erst an Bord der Arche genommen werden. Pfahlbauten wurden zunächst (ab 6.500 vor Christus) in Asien entwickelt und tauchten später zum Beispiel in Deutschland (Federsee 4.500 vor Christus) und der Schweiz (Bielersee 3.800 vor Christus) auf: Unseres Erachtens mit den Atlantisflüchtlingen, die sich diese Technologie bereits bis 5.510 vor Christus angeeignet hatten - andere Beziehungen nach Asien haben wir ja schon dargelegt.

Es gab also zunächst einige "Archen", die führungslos ohne Segel und Ruder auf dem Wasser trieben. An Navigation war nicht zu denken. Viele dürften mit der Zeit wegen des hoch liegenden Schwerpunktes infolge fehlenden Kielballastes vor dem Winde gekentert und möglich­erweise mit der Zeit auch untergegangen sein. Wenn jedoch mehrere Hütten mitsamt ihren Verbindungsstegen (und Teilen ihres Pfahlunter­baues) gleichzeitig aufschwammen und davon trieben, dann konnten sie durch den Katamaran-Effekt genügend Stabilität erreichen und somit große Lasten (Menschen, Vieh und Vorräte) an ihr unbestimmtes Ziel tragen.

Sicherlich hatten die Flutopfer auch noch Gelegenheit, draußen lagern­de Vorräte und Vieh ins Haus zu nehmen, Fugen abzudichten (mit Teer oder Asphalt zu „verpichen“) und Öffnungen zu verbarri­kadieren. Was als Hausabdichtung gegen das Eindringen von Wasser bei vorüber­gehender Flut gedacht war, sicherte dann zusätzlich die Schwimm­fähigkeit und Haltbarkeit der ungeplanten Wasserfahrzeuge. Das Wasser stieg im Durchschnitt relativ langsam, vielleicht um 15 Zenti­meter pro Tag. Am Anfang war der Anstieg aber schneller, da das Gefälle zwischen Wasserstand im Weltmeer und der Schwarzmeer­ebene anfänglich höher und die zu befüllende Fläche kleiner war als gegen Ende hin. So ist es leicht vorstellbar, dass von dem Zeitpunkt, da das Ansteigen des Wassers erkannt wurde, bis zum Aufschwimmen der Häuser im Durchschnitt - wie dies in Bibel und Gilgamesch-Epos überliefert ist - sieben Tage vergingen.

Die Menschen wurden dann mitsamt ihrer Habe in und auf ihren Holzhäusern davongetragen, aber nicht in reißenden Fluten, sondern mit der Südostströmung des Schwarzen Meeres vor einem konstanten Nordwestwind in Richtung Anatolien: Da die Mündungswinkel der Schwarzmeerflüsse bis heute eine permanente Oberflächen­strömung entgegen dem Uhrzeigersinn im Schwarzen Meer bewirken, ist es wahrscheinlich, dass die meisten Archen ganz gemächlich nach Südosten getrieben wurden. Ausreichend Vorräte waren zunächst an Bord und das Wasser war auch nicht von Anfang an ungenießbar, weil das Mischungsverhältnis zunächst noch zugunsten einer geringeren Salzkonzentration ausfiel. Das Wasser aus dem Marmarameer sank zunächst nach unten, weil es salzhaltiger und kälter und damit insge­samt schwerer als das Oberflächen-Frischwasser im Pontos war.

Die Ankunft dieser klobigen Kästen und die Rettung ihrer Insassen muss den Betroffenen und Zuschauern bei der Landung wie eine göttliche Vorsehung erschienen sein. Den Mythos von tugendhaften Überlebenden haben die Geretteten wahrscheinlich nicht einmal selbst geschaffen; im Rahmen der Einführung strafender Götter in späterer Zeit ergab es sich zwangsläufig, dass nur "folgsame" Menschen überlebt haben konnten. Diese wenigen Auserwählten wurden die Stammeltern neuer Geschlechter. Sie galten als gottesfürchtige, nicht den Göttern trotzende und damit nicht überhebliche Menschen. Im Umkehrschluss ergab sich aber eine Abgrenzung von den Opfern der Flut - eine Tabui­sierung durch ein göttliches Strafgericht.

Von einer Rückkehr Noahs in die alten Siedlungsgebiete nach dem angeblichen Sinken der Flut ist nicht die Rede. Sein babylonisches Pendant, Utnapischtim, kehrte ausdrücklich nie in seine Heimat zurück, sondern lebte auf einer Insel "fern an der Ströme Mündung". Der Rückgang der Flut wurde offensichtlich später von denen eingefügt, die nur solche vorübergehenden Schmelzwasser-Über­schwem­mungen im Zweistromland kannten. Bei einem Sinken der Flut wäre Noah so wie alle Flutgeschädigten der Geschichte zurück­gekehrt.

Wenn freigesetzte Landvögel wegen fehlender Landungsplätze zunächst zur Arche zurückkehrten, später aber nicht mehr oder mit Zweigen im Schnabel, dann war die Arche in Richtung rettendes Land getrieben; falsch war die Interpretation, der Kasten sei von der zurück­gehenden Flut an erhöhter Stelle oder gar auf einem Berg wieder auf Land gesetzt worden.

© Christian und Siegfried Schoppe (2004) Atlantis und die Sintflut
Die erste Hochkultur versank 5510 vor Christus im Schwarzen Meer, S. 110-113

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