Hinweis: Immer wieder wird behauptet, die Flut habe früher als 5500 vor Christus stattgefunden.Warum wir das nicht glauben wollen lesen Sie hier.
Was mir an vielem auffällt, ist, was man im Englischen „jumping to conclusion“ nennt: dass man schon bei der Formulierung des Themas auf phantastische Tendenzen schließt; dass man, wo man bestimmte Thesen wenig glaubhaft findet oder etwas an ihnen auszusetzen hat, sich nicht etwa kritisch auf sie einlässt, sondern das ganze Thema tabuisiert; dass man, mit anderen Worten, das den Wissenschaften entgegen gesetzte Verhalten an den Tag legt.
Es gibt, was die frühe Antike betrifft, riesige weiße Flecken in der Zeit. Wie das in der Geographie noch im späten 19. Jahrhundert für die Karte Afrikas galt, so gilt dies heute für Zeitgegenden, die hinter das erste Jahrtausend vor unsere Zeitrechnung zurückreichen. Hier weiß man – jedenfalls wissen das die Ägyptologen –, dass vor allem die Wissenstraditionen der ägyptischen Priesterkaste, die ihre Geheimnisse sehr eifersüchtig hütete, weit hinter das erste Reich, von dem unsere bisherige Geschichtsschreibung weiß, zurückreichen.
Es besteht auf Seiten des positiven Wissenschaftsbetriebs, der manchmal den Pionieren um astronomische Entfernungen hinterherhinkt, eine Beklommenheit mit einem Schielen auf den nächsten: was der dazu sagt und ob man noch ernst genommen wird, wenn man so etwas wie Atlantis thematisch aufnimmt. Diese ganze Haltung hat etwas Durchsichtiges und ein bisschen Lächerliches."
(aus: Ulrich Sonnemann, „Atlantis Trauma“ (Gespräch mit Florian Rötzer), in: Ästhetik und Kommunikation H. 64 (Atlantis), XVII, 1986, S. 23-26.)

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